Eine Reise zu den spanischen Erdbeeren

*Dieser Beitrag und die Reise nach Spanien entstand in Kooperation mit der Kampagne „Ich liebe rot

Einige werden sich jetzt sicher fragen: „Franzi, wie kannst du denn DAS machen. Freiwillig zu den spanischen Erdbeeren reisen?!“ 

Ihr Lieben, lasst euch gesagt sein, dass es – im Nachhinein – eine der besten Erfahrungen war, die ich je machte. Denn ich war so nah dran, wie andere es ggf. nie sein werden. Konnte direkt vor Ort Fragen stellen, mir ein eigenes Bild machen und Denkansätze (in jede Richtung) verändern und mir, na zumindest im Ansatz, eine Meinung bilden.

Bei so einem Thema ist es so wichtig, dass man nah dran sein kann, selbst hinsieht und sich ganz eigenen Gedanken macht.

Diese Gedanken schreibe ich in den folgenden Beiträgen (ich werde sie auf min. zwei Beiträge aufteilen) nieder. Schildere euch eine Erfahrung, die nicht gekauft wurde und auf meinen ganz persönlichen Erlebnissen basiert. Ganz besonders wichtig sei zu sagen, es ist eine Erfahrung, die ich mir über eine bestimmte Gegend Spaniens bilden konnte. Sie ist nicht auf jede Plantage anwendbar und in manchen Ecken Spaniens sogar eine völlig andere. 

Tag 1. 

Der Tag startet früh. Ich liege in meinem Hotelzimmer in Berlin und würde gern noch ein Stündchen schlafen. Die Nacht war kurz, laut und nicht so wirklich gemütlich. Ich sehne mich nach meinem eigenen Bett und vor allem zum liebsten Mann.

Schon wieder fünf Tage weg. Diesmal unterwegs im Süden Spaniens, genauer gesagt auf den Erdbeerfeldern Huelvas. Eine Reise, bei der ich vorab lange überlegte, ob ich sie überhaupt antreten sollte. 

Passt das zum Blog? Kann ich das verbinden? Kann ich es mit mir selbst vereinbaren?

Irgendwann hatte ich beschlossen, dass ich dieses „Abenteuer“ wagen wollte. Selbst sehen wollte, wie es so steht um die spanische Erdbeere und mir eben selbst ein Bild davon machen. 

Nun lieg ich hier, strecke meine müden Glieder und beginne den Tag. Viel zu früh bin ich am Flughafen angekommen. Als ich endlich in den Flieger steigen kann, kribbelt es ein wenig in mir. Die Reiseaufregung macht sich bemerkbar und ich freue mich auf die Menschen, die mich auf der Reise begleiten werden. Und Léa Linster (sie ist u.a. auch Botschafterin für die Kampagne „ich liebe rot“). Diese wunderbare kleine Frau, die ich so ins Herz schließen werde (was ich zu dem Zeitpunkt noch gar nicht ahne). 

Beim Umstieg in Frankfurt treffe ich Michaela von Herzelieb und auch Léa. Wir drei kommen sofort ins Gespräch und reden vor allem über das Thema Ernährung. Wen wundert es? 

Bei der Gepäckausgabe in Sevilla lerne ich Léa als eine so bodenständige und herzensgute Frau kennen, dass ich – neben all den Zweifeln über diese Reise – zum ersten Mal so richtig froh bin, dass ich sie angetreten bin. 

Das Einfache im Guten ist ein Segen…

„Das Einfache im Guten ist ein Segen.“ Diesen Satz, den Léa mir am späteren Abend ans Herz legt, passt im Nachhinein so gut auf diese Situation. Ich bin dankbar und glücklich. 

Am Ausgang treffen wir Imke von Markenzeichen, meine liebe Zorra, den Journalist & Fotografen André Sarin sowie die charmante Bande der spanischen Agentur, die uns in den nächsten Tagen begleiten wird. 

Unsere Reise führt uns, mit einem kleinen Bus, nach El Rocío. El Rocío ist ein Ort der uns alle an eine Geisterstadt erinnert. Überall geschlossene Fensterläden, kaum Menschen auf den Straßen. Zora klärt uns auf, dass diese Stadt vor allem an den Wochenenden besucht wird und einmal im Jahr auch als Pilgerstätte dient.  Zu dieser Pilger-Zeit kommen dann ca. 1 Millionen Menschen in diesen kleinen verlassenen Ort. Ich kann es mir – zu diesem Zeitpunkt – kaum vorstellen. 

Eine Reise zu den spanischen Erdbeeren Eine Reise zu den spanischen Erdbeeren Eine Reise zu den spanischen Erdbeeren Eine Reise zu den spanischen Erdbeeren

In unserer Finca angekommen verschwinden wir, für eine kurze Weile, alle in unsere Zimmer. Kurz mal durchatmen und eine kleine Pause einlegen.

Und wieder sehe ich, beim Blick ins Zimmer, diese dünnen Decken auf dem Bett…wie  drei Wochen zuvor in Santa Susanna. Ich bibbere schon beim Gedanken daran und entdecke glücklicherweise, fünf Minuten später, eine weitere Decke im Schrank. 

Eine Reise zu den spanischen Erdbeeren

Diese Sache mit den spanischen Erdbeeren…

Meine Gedanken schweifen wieder zum eigentlichen Thema, den Erdbeeren. Wie zum Teufel soll ich dieses Thema hier auf den Blog bringen? In welche Richtung wird es gehen? Zerstöre ich mir selbst meinen „grünen“ Ruf? 

Mit diesen Gedanken im Kopf gehe ich zum Essen. Wir treffen uns in einem kleinen Lokal in El Rocío. In den offenen Kühltheken stehen, neben Fisch auf Eis, auch eine Menge Erdbeeren.

Die Beeren kommen jetzt immer näher und, nun ja, sie haben hier unten in Andalusien gerade Saison. Es wäre komisch, wenn sie nicht präsent wären. Das Klima ist unserem Klima schon weit voraus, der Frühling hier in vollem Gange. Auch wenn wir eine kalte Zeit erwischten, in der vorherigen Wochen waren es, beständig, um die 25 Grad. 

Wie können wir also sagen, dass die Erdbeere aus Spanien um diese Zeit nicht schmackhaft sein könnte? Vollgepackt mit Sonne und Wärme, sind sie doch sicher ein wahrer Genuss, oder? 

Tja, was soll ich sagen…zum Dessert wird es klar, die Beeren sind ein Genuss. Sie schmecken vorzüglich. Reif, saftig und aromatisch. Von diesem Vorurteil sollten wir uns schon einmal verabschieden. 

Aber die anderen „Vorurteile“, die anderen Bedenken und Überlegungen? Die nehme ich mit in die Nacht und bereite mich gedanklich ein wenig auf den nächsten Tag vor. 

Du meine Güte, worauf hab ich mich da eingelassen? So viel Gedankenkarussell gab es bei mir schon lange nicht mehr. 

Ein Wunder, dass ich in dieser Nacht nicht von Erdbeeren träume. 

(Teil 2 folgt in der nächsten Woche)

12 Gedanken zu „Eine Reise zu den spanischen Erdbeeren

  1. Julia

    Ach Du Liebe, was hast Du Dir für Gedanken gemacht! Es ist doch so: Sind die Um- bzw. Zustände so, dass man sie nicht vertreten kann, dann berichtet man halt darüber. Sind sie überraschenderweise viel besser als angenommen, dann berichtet man eben das! Das tolle an dieser Reise war doch, sich den Erdbeeranbau direkt vor Ort anzuschauen. Was hab ich da für Vorurteile und welche Horrorgeschichten hab ich da schon gehört! Deshalb wäre ich schon alleine aus diesen Gründen mitgegangen um eben herauszufinden, ob das alles so meinem Bild entspricht…. ich bin gespannt, wie es weiter geht ;)
    Alles Liebe <3
    Julia

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  2. Anna

    Jippieh, „endlich“ der erste Teil deines Berichts! Ich freue mich schon auf Teil 2 und bin gespannt auf deine weiteren Eindrücke! ..Und wie sehr ich gerade Lust auf Erdbeeren habe…..Schmacht….

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  3. Tabea

    Liebe Franzi – weißt du, dass das schlimme an spanischen Erdbeeren nicht die spanische Herkunft ist, sondern die Anwesenheit zum Spottpreis in unseren (deutschen) Supermärkten? In Spanien haben diese Beeren für mich ihre völlige Berechtigung, aber hier in Deutschland eben nicht. Man kann gefälligst Erdbeeren im Sommer zur Saison aus der Region essen und sie nicht kilometerweit einfliegen lassen, weil man bei -10°C Außentemperatur im Winter Lust drauf hat.

    Super finde ich, dass du dir vor Ort eine Meinung bilden konntest. Ich finde es immer sehr spannend, zu erfahren, wie Lebensmittel produziert/angebaut werden.
    Es macht dich übrigens echt symptathisch, dass du dir so viele Gedanken darüber machst, ob du so einen Post auf dem Blog bringen kannst… irgendwie hätte ich bei sowas sicher ähnliche Zweifel gehabt.
    Und mich hätte es echt gewundert, wenn die Erdbeeren in Spanien nicht lecker gewesen wären – spanische Erdbeeren in spanischer Sonne, das muss doch schmecken wie deutsche Erdbeeren im sonnigen Deutschland im Sommer! :)

    Die Seiten deiner Begleiterinnen muss ich mir bei Zeiten echt mal anschauen!!

    Liebe Grüße

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    1. Franzi Beitragsautor

      Hey du Liebe, grundsätzlich hast du recht. Was man aber immer bedenken muss, dazu gehe ich im nächsten Beitrag aber auch noch einmal ein, dass z.B. der Produzent wo wir zur Besuch waren, der 3. größte Arbeitgeber in der Region ist. Das hat mich schon auch zum nachdenken gebracht… :-/

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      1. Melissa

        Hey Franzi,

        ich muss sagen, dass ich Tabeas Gedanken teile. Mein erster Gedanke war tatsächlich: „Waaaas, Franzi macht Werbung für spanische Erdbeeren? Wie passt das zu ihren Überzeugungen?“

        Und huch, nur, weil der Erdbeerzüchter in Spanien viele Arbeitsplätze schafft, fallen die ganzen „Nachteile“ weg? Das spanische Wasserproblem. Pestizidbelastete Erdbeeren. Dass die Erdbeeren frisch vom Feld klasse schmecken, bezweifel ich nicht. Sicher aus gutem Grund fand das Event nicht in Wanne-Eikel mit importieren Beeren statt! Und das Thema Arbeitsplätze: Viele Obst- und Gemüsezüchter in Spanien (Italien hat übrigens das gleiche Problem) nutzen Einwanderer/Geflüchtete aus Afrika aufs übelste aus und sind alles andere als ein Traumarbeitgeber. Könnte natürlich sein, dass ihr da beim absoluten Ausnahmeerdbeerzüchter wart – aber dennoch wird hier die Werbetrommel für Erdbeeren aus Spanien im Allgemeinen gerührt. Man sollte nicht vergessen, dass ihr da auf einer Werbeveranstaltung wart. Tchibo hätte euch sicher auch nicht auf ne Kaffeeplantage geführt, auf der kleine Kinder schwere Säcke tragen. Dass die Wahrheit leider anders aussieht – sowohl bei den Erdbeeren als auch bei meinem Kaffeebeispiel-, finde ich eher unstrittig.

        Liebe Grüße
        Melissa

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        1. Franzi Beitragsautor

          Hallo Melissa,
          ich bin gerade ehrlich gesagt etwas sprachlos. Ich empfang Tabeas Beitrag absolut nicht deinem ähnlich, das zum Ersten. Zum Zweiten finde ich deine Vorwürfe unverhältnismäßig hart und unfair. Ich mache hier keine Werbung für spanische Erdbeeren, du weißt überhaupt nicht, was ich im nächsten Beitrag schreiben werde und zum Zweiten, ich habe auf Tabeas Kommentar mit EINEM Punkt geantwortet, der zu bedenken ist. Alles MEINER Meinung nach. Zum Rest hatte ich mich noch NULL geäußert. Es wäre schön, wenn du beim nächstem Mal nicht gleich vorverurteilen würdest und erst einmal abwarten würdest.

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          1. Melissa

            Hallo Franzi,

            du hast Recht, ich weiß nicht, was du in deinem nächsten Beitrag schreiben wirst.
            Ich wollte dich sicher nicht so stark angreifen, wie du das jetzt empfunden hast. Ich habe mich nur über das Argument „schafft viele Arbeitsplätze“ gewundert und mich gefragt, wie dieses Argument die Gegenargumente, die mir dazu sofort einfallen und die ich aufgewählt habe, aufwiegen soll. Was genau empfindest du als harten und unfairen Vorwurf?
            Ich empfinde diesen Beitrag aber auch schon als Werbung – wenn du das nicht tust, als was ordnest du diesen Beitrag ein? Du bezeichnest ihn ja auch als „Kooperation“, für mich ist das ein Synonym für Werbung. Und es war doch eine werbende Veranstaltung, auf der du warst?

            Viele Grüße
            Melissa

          2. Franzi Beitragsautor

            Liebe Melissa, du als Bloggerin solltest doch wissen, dass man Beiträge bei denen man entweder Geld bekommen hat oder Produkte oder what ever bekommen hat, kennzeichnen muss. Wieso sollte ich verschweigen, dass ich für Arbeit die ich geleistet habe auch bezahlt werde. Ist doch ok. Ich wurde für Recherchen bezahlt, für einen Beitrag den ich darüber schreibe und dafür, dass ich eben da war.

            Und ich empfand deinen Kommentar als sehr vorwurfsvoll. Es kann natürlich sein, dass du es gar nicht so gemeint hast, aber es kam bei mir so an. Und ich schrieb auch lediglich, dass es der 3. größte Arbeitgeber ist. Das ist ein Fakt und ich finde schon, dass man das in all dem ein ganz klein wenig mit beachten muss. Nicht mehr, nicht weniger. Das sagt noch gar nichts über meine Meinung aus. Es ist einfach ein Fakt.

        2. Fred

          In Deutschland reisen Gastarbeiter aus Polen und Afrika an – kaum ein Deutscher wird die Arbeit machen! Mittlerweile sind die Bedingungen für Saisonarbeiter EU-weit geregelt. Dazu gehören Verträge, Rechte und Pflichten für die Arbeitnehmer und Arbeitgeber, die auch kontrolliert werden. Das gilt für Deutschland genauso wie für Spanien.

          Dieser Pestizid-Mythos. Da bist du wohl nicht gut informiert. Die EU hat nämlich nicht nur Nachteile, auch die Grenzwerte werden festgelegt. Du solltest dich besser informieren.

          Im übrigen gehe ich davon aus, dass du auch keine Zitronen, Gewürze, Tofu oder Quinoa isst. Wächst auch alles nicht hier.

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          1. Melissa

            Hallo Fred,

            richtig, in Deutschland gibt es Gastarbeiter aus Polen, usw., die diese anstrengende Arbeit machen. EU-Gesetze machen es immerhin möglich, dass diese Arbeit keine Schwarzarbeit ist und die Gastarbeiter somit Rechte haben. Im Gegensatz zu den illegalen Einwanderen, die diese auch ihnen zustehenden Rechte natürlich nicht einklagen werden. Und die Unterkünfte sind nicht ganz so prekär wie die, die ich in Dokumentationen über die illegalen afrikanischen Arbeiter gesehen habe, die oft nur tageweise beschäftigt werden und in irgendwelchen Gemäusern hausen müssen. Da du dir einen Mangel an Informationen vorwirst, bitte hier: http://www.spanienlive.com/index.php/Wirtschaft/spanien-gemueseanbau-erntehelfer-protestieren-gegen-arbeitsbedingungen-ausbeutung-lohndumping-sklaverei )

            Ja, du hast recht, die EU hat Grenzwerte für Pestizidbelastungen. (Info: http://www.wochenblatt.de/nachrichten/welt/Erdbeeren-fast-ausnahmslos-mit-gesundheitsgefaehrdenden-Pestiziden-belastet;art5567,114972 Auch 2012 gab’s doch sicher schon diese Grenzwerte, oder?)
            Gernerell: Die Grenzwerte liegen imho aber zu hoch. Schau dir nur mal die aktuelle Glyphosat-Geschichte an. Die, die diese Gesetze machen, vertreten sicher nicht die Interessen des Konsumenten, sondern die, von Monsanto und Konsorten. Von daher verlasse ich mich nicht auf EU-Gesetze, sondern auf den Anspruch „möglichst gar keine Pestizide“ (Geht natürlich nur im Vertrauen, dass mein Erdbeerbauer ehrlich ist.)

            Deinen „Wächst auch alles nicht hier“-Vergleich verstehe ich nicht. Erdbeeren wachsen doch hier?

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