Schlagwort-Archive: Wasserkefir

Erfrischung im Sommer

Sommer, Sommer…wo steckst du eigentlich?

Ich möchte barfuß durch den Garten laufen und mich dabei nicht verkühlen. Ich möchte unter meinem Sonnenschirm sitzen und lesen und dabei was richtig, richtig erfrischend kühles zu mir nehmen, weit weg von süßen Kalorienbomben und ab und an auch weit weg von purem Wasser.

Denn manchmal, manchmal muss es etwas ganz anderes erfrischendes sein. Etwas süßes ohne viel „süß“, erfrischend und spritzig ohne Alkohol. Tja, aber was trinkt man da?

Habt ihr schon mal von Wasserkefir gehört??? :-)

online_Wasserkefir_Gemueseregal_Wellnessdrinks (6 von 12)

Aktuell trink ich eine Menge davon, denn Wasserkefir* ist meine ganz persönliche Entdeckung 2014! Und das Beste, Wasserkefir ist sogar vegan. :-) Denn er ist nicht zu verwechseln mit dem Milchkefir, den sicher die Meisten von euch kennen werden.

Pur oder mit Wasser gemischt bietet so ein Getränk aus Wasserkefir die perfekte Erfrischung und weil man es eben auch eben selbst macht, hat man noch die absolute Kontrolle darüber, was man da zu sich nimmt. :-)

online_Wasserkefir_Gemueseregal_Wellnessdrinks (11 von 12)

Für euch zwei Rezepte zum nachmachen, solltet ihr in „Besitz“ von Wasserkefir sein, oder ihn demnächst kaufen oder gar geschenkt bekommen, der Gute vermehrt sich ja auch *lach*.

Kräuter-Kefir

1 Handvoll Kräuter (hier Apfelminze, Rosmarin, Salbei, Lavendel)
3 Scheiben Limette
30 g Wasserkefirkristalle
80 g Zucker
1 Liter Wasser

online_Wasserkefir_Gemueseregal (6 von 9)

Das kalte Wasser und den Zucker miteinander verrühren. Die Zuckerkristalle sollten sich aufgelöst haben.

Wasserkefir mit einem Kunststofflöffel (niemals mit einem Metalllöffel) vorsichtig dazu geben.

Die Limette und die Kräuter dazu geben.

Das Getränk nun min. 2 Tage an einem warmen Ort stehen lassen. Durch ein Kunststoffsieb abschütten und in eine Glasflasche schütten.

Gut gekühlt genießen! :-)

online_Wasserkefir_Gemueseregal (7 von 9) online_Wasserkefir_Gemueseregal (9 von 9)

Grapefruit-Basilikum-Kefir

2 Scheiben Bio-Grapefruit
2 Scheiben Bio-Zitrone
einige Blättchen Basilikum
80 g Zucker
1 Liter Wasser
30 g Wasserkefirkristalle

online_Wasserkefir_Gemueseregal_Wellnessdrinks (2 von 12)

Das kalte Wasser und den Zucker miteinander verrühren. Die Zuckerkristalle sollten sich aufgelöst haben.

Wasserkefir mit einem Kunststofflöffel (niemals mit einem Metalllöffel) vorsichtig dazu geben.

Die Grapefruitscheiben, Basilikumblättchen und die Zitronenscheiben dazu geben.

Das Getränk nun min. 2 Tage an einem warmen Ort stehen lassen. Durch ein Kunststoffsieb abschütten und in eine Glasflasche schütten.

Gut gekühlt genießen! :-)

online_Wasserkefir_Gemueseregal_Wellnessdrinks (4 von 12) online_Wasserkefir_Gemueseregal_Wellnessdrinks (9 von 12) online-Wasserkefir_Gemueseregal_Wellnessdrinks (7 von 12)

Mehr Rezepte findet ihr übrigens *hier*

Der nette Herr Götz von wellness-drinks.de stand mir auch Frage und Antwort rund um das Thema Kefir und Kombucha. Dieses Interview solltet ihr unbedingt lesen, denn es erklärt noch einmal diese Wunderwesen Kombucha und Kefir. :-)

Viel Spaß dabei und viel Spaß beim – ggf. – späteren ausprobieren. :-)

PS: Kombucha ist auch eine enorm tolle Empfehlung, aber dazu ein andermal mehr.

1. Was hat Sie dazu bewegt mit Kombucha und Co. zu arbeiten?

Wie so oft bei folgenreichen Begegnungen, bin ich völlig unverhofft und zufällig auf den Kombucha-Pilz gestoßen. Es muss rund 15 Jahre her sein, dass ich bei einer Freundin, die sich schon damals sehr für gesunde und selbst hergestellte Lebensmittel interessierte, einen Kombucha-Pilz in der Küchen-WG stehen sah.

Ehrlich gesagt: Ich war fasziniert, aber auch ein wenig abgestoßen von dieser seltsamen Pilzscheibe, die im Glas auf einer braunen und offensichtlich gärenden Brühe thronte. „Das da trinkst du wirklich?“, war meine erste Reaktion. Ich ließ mich überreden, biss in den sauren Apfel (der in diesem Falle wirklich ziemlich sauer schmeckte) und probierte zum ersten Mal Kombucha-Tee.

Und dann war ich ziemlich schnell begeistert und hatte selbst bald das erste Glas mit Kombucha-Pilz zuhause stehen.

Dass ich aus dem Hobby eines Tages einen Beruf machen würde, wusste ich da noch nicht. Aber ich fing schnell an, mich mit der Welt der Bakterien zu beschäftigen, vor allem mit den erwünschten Mikroorganismen in unseren Nahrungsmitteln, die wir Menschen seit Jahrtausenden nutzen, um Nahrungsmittel haltbar zu machen, geschmacklich zu verfeinern und die Bioverfügbarkeit vieler Mikronährstoffe überhaupt erst zu ermöglichen.

Wenn wir von Nahrung sprechen, denken wir in erster Linie an pflanzliche und tierische Nahrungsmittel. Aber ohne Mikroorganismen sähe unsere Speisekarte vollkommen anders aus: Brot und Backwaren aller Art, die meisten Milchprodukte, Bier, Wein, Essig, milchsaures eingelegtes Gemüse, Sauerkraut, Kimchi…all das gäbe es in dieser Form ohne Mikroorganismen nicht.

Und schnell entdeckte ich, dass es neben dem Kombucha noch weitere Kulturen aus Bakterien und Hefen gibt, die sich genauso lecker und leicht für selbst hergestellte Lebensmittel nutzen lassen. Und von da an ging es Schritt für Schritt immer weiter. Mit der Zeit wurde das Thema „Gesunde Ernährung“ auch immer wichtiger für mich, nicht zuletzt weil ich eine unentdeckte Laktoseintoleranz mit mir herumschleppte.

Dass unsere Darmschleimhaut eine Oberfläche von 400-500 Quadratmetern hat, also unsere größte Kontaktfläche zur Außenwelt darstellt, wenn man so will… Dass im Darm ein Großteil unserer Abwehrzellen des Immunsystems entsteht und viele Erkrankungen auf Probleme der Verdauung und eine Störung der Darmflora zurückgehen… Dass wir in unserem Darm eine ganze eigene Welt, ein bakterielles Ökosystem aus tausenden verschiedenen Bakterienarten mit uns herumtragen, insgesamt mindestens 10 Billionen Mikroorganismen, also viel mehr Zellen als unser eigentlicher Körper hat…

All das wurde mir erst langsam klar, und auch vom wissenschaftlichen Standpunkt steht mittlerweile fest: vieles weiß man noch gar nicht und ist in seinen Zusammenhängen noch weitgehend unerforscht. Einfach faszinierend, um es mit Mr. Spock zu sagen.

2. Welche Vorteile haben Kombucha, Kefir und Co. für uns?

Lebensmittel, die durch Milchsäurebakterien und Hefen angereichert und fermentiert sind, gehören für mich zu einer ausgewogenen und gesunden Ernährung einfach dazu.

Und es liegt nahe, diese Nahrungsmittel selbst zu produzieren.
Nicht nur, weil es einfach ist und Spaß macht.

Zum einen sind die industriellen Nahrungsmittel, die wir heute in Supermärkten kaufen, in aller Regel erhitzt oder sonst wie in ihrem Gär- und Fermentationsprozess gestoppt. Die Industrie will gleichbleibende standardisierte Qualität. Der Joghurt darf nicht zu sauer schmecken, der Kombucha-Drink muss haltbar sein und darf sich nicht in Essig verwandeln… Lebende Bakterien und Hefen findet man deshalb in Industrieprodukten entweder gar nicht oder in viel geringerer Zahl.

Und der andere, vielleicht genau so wichtige Grund: Wenn ich ein milchsauer fermentiertes Getränk trinken möchte – warum muss ich dann gleichzeitig künstliche Aromen, Stabilisatoren, Süßstoffe und vieles andere mehr zu mir nehmen? Das muss ich nicht! Je kürzer und bekannter die Zutatenliste, desto besser ist meistens die Qualität eines Produkts. Wenn ich Kombucha und Kefir selbst mache, bestimme ich selbst die Zutaten, ihre Qualität, ihre Menge und ihre Zusammensetzung.

Wenn ich im Supermarkt bei einem Lebensmittel die Zutateniste durchlese, überlege ich mittlerweile: Habe ich das selbst im Schrank stehen? Könnte ich das selbst zum Herstellen verwenden? Ist die Antwort nein, verzichte ich oft lieber auf das Produkt.

3. Welches ist denn ihr liebstes Getränk und warum?

Kombucha war für mich das Erweckungserlebnis, und ich mag ihn immer noch sehr gern. Vielleicht auch, weil ich passionierter Teetrinker bin und das Herbe, leicht Bittere des Tees sehr schätze, ebenso wie die ausgewogene Säure. Viele Menschen, das muss man dabei allerdings auch zugeben, finden den Geschmack von Kombucha sehr gewöhnungsbedürftig und genießen ihn lieber verdünnt, mit Säften und Wasser, oder als Bestandteil von Saucen und Dressings und vielerlei Rezepten. Ich mochte ihn immer auch pur. Als echter Hesse ist man ja an sauren Apfelwein gewöhnt – der „Ebbelwoi“ ist das hessische „Nationalgetränk“ schlechthin.

In den letzten Jahren bin ich aber auch immer mehr auf den Wasserkefir gekommen. Er lässt sich pur sehr viel leichter genießen als Kombucha, und er hat noch einen großen Vorteil: er ist so unverwüstlich, dass man schon beim Gär-und Fermentationsprozess die verschiedensten Zutaten, Tees, Gewürze, Kräuter, Zitrusfrüchte und Trockenobst aller Art beigeben kann und so ein immer wieder anderes und überraschendes Getränk erhält.

4. Haben Sie generell einen Tipp in Bezug auf die wundervollen Produkte in Ihrem Shop?

Aber ja! Selbst ausprobieren, selbst Erfahrungen sammeln, weiter ausprobieren und langsam ein Gespür und Gefühl für die Kulturen entwickeln, mit denen man täglich die leckersten Dinge herstellen kann.

Wer das erste Mal Kombucha ansetzt oder die Kristalle des Wasserkefirs gären lässt, ist oft mit dem ersten Ergebnis unzufrieden. Aber der zweite Ansatz wird schon ganz anders schmecken als der erste, selbst wenn man die gleichen Zutaten benutzt und glaubt, alles gleich gemacht zu haben… Wir sind es heute gewohnt, dass Lebensmittel immer ziemlich exakt gleich schmecken. Bei den lebenden Kulturen von Kombucha, Kefir und Wasserkefir ist das anders.

Kombucha ist mal prickelnd und voller Kohlensäure, dann wieder nicht. Einmal duftet er nach Äpfeln und Zitrusfrüchten (man kann da wie ein Weinkenner reden, wenn man will), und dann ist das Ergebnis auch einmal etwas langweilig und fad. Man braucht ein wenig Geduld, und es gibt viele, die eine fürsorgliche und liebevolle Beziehung zu ihren Kulturen entwickeln, fast wie zu einem Haustier.

Es sind nicht nur die „harten“ Fakten, die eine wichtige Rolle für den Geschmack spielen. Zutaten, Standort, Temperatur, Gärdauer – das all das Auswirkungen hat, ist klar. Aber auch die Jahreszeiten, die Gegend, ja sogar Wetterumschwünge machen sich beim Reifeprozess bemerkbar.

Es gibt einen Kollegen von mir, der sehr viel mit Sauerteig arbeitet. Er lässt keinen Fremden in den Raum, in dem sein „Mutterteig“ lagert – er ist fest davon überzeugt, dass dies negativen Einfluss auf die Qualität seines Sauerteigs hat, und er ist wahrlich kein Esoteriker!

*Die Produkte wurden mit von wellness-drinks.de kosten- und bedingungslos zur Verfügung gestellt. Vielen lieben Dank dafür. :-)