Parasolpilze / Safranschirmlinge

Ihr Lieben,

seitdem ich denken kann, heißt es im Herbst “Ab in die Pilze.” Meine Mama und ich waren am Wochenende fast immer im Wald zu finden und kamen mit prall gefüllten Körben heim. 

Blöd nur, zu diesem Zeitpunkt fand ich Pilze mächtig doof. Mochte zwar den Geruch und das “Ritual” des Sammelns, aber sonst. Nä, Pilze blieben doof. Das ging auch noch so bis ich ca. 20 Jahre jung war. Dann war es plötzlich wie mit der roten Bete und von heute auf morgen mochte ich Pilze.  :-) 

Parasolpilze_2 0001Safranschirmling im Wald

Und seit dem geh ich noch lieber sammeln. Zwar konzentriere ich mich vor allem auf Steinpilze, Marone,  Parasolpilze und Safranschirmlinge, aber die sammele und genieße ich mit großer Leidenschaft.

Parasolpilze_2 0002

Gut zu sehen, der Safranschirmling färbt sich an der Schnittstelle.

Parasolpilze, auch Riesenschirmpilze genannt, sind – auch wenn sie gar nicht so ausschauen – unglaublich leckere Pilze und ihr erkennt sie an ihrem langen Stil mit Schirmchen, dem braunen “Buckel” auf dem Pilzkopf und den Schuppen. 

Parasolpilze_1 0001

Ich sammele die Parasol und auch die Safranschirmlinge am Liebsten, wenn der Schirm schon schön “aufgegangen” ist und die Pilze einen flachen Pilzkopf haben. Denn da kann man diesen Pilzkopf wunderbar als eine Art “Schnitzel” verwenden.

Der Parasolpilz und der Safranschirmling ist – außer im rohen Zustand – ungiftig und sehr genießbar, trotzdem, es gibt Menschen die generell auf Pilzeiweiß reagieren und dieses Reaktion soll beim Parasolpilz wohl doch recht stark ausfallen. Also, aufpassen wer unter dieser Allergie leidet. 

Wer allerdings nicht allergisch reagiert, der sollte sich so ein Pilz-Schnitzel nicht entgegen lassen. :-) 

Übrigens, in meinem Körbchen sind auch die oben genannten Safranschirmlinge gelandet, die sehen den Parasolpilzen sehr ähnlich und färben sich – nach dem Anschnitt oder bei kleinen Verletzungen – sofort – ein wenig  rostrot bzw. auch safrangelb. Vorsicht ist hier aber geboten, man kann ihn mit dem Gartenschirmpilz verwechseln. Dieser wächst allerdings nur in künstlich angelegten Parks und niemals im Wald. Also seid ihr schon auf der sicheren Seite, wenn ihr einen Safranschirmling im Wald findet. ;-) 

Die Unterschiede zwischen Parasol und Safranschirmling könnt ihr *hier* nachlesen. :-) 

Parasolpilze_1 0002

Für die Pilz-Schnitzel für 2 Personen braucht ihr: 

2 – 4 (je nach Hunger) große Parasolpilze oder Safranschirmlinge
ca. 50 g Semmelbrösel
4 EL Sojamehl + 4 EL Wasser oder 2 Eier 
etwas Salz und Pfeffer
reichlich Rapsöl 

Die Pilze vorsichtig mit einem Tuch säubern. 

In einen tiefen Teller entweder 2 Eier aufschlagen und mit Salz und Pfeffer vermengen oder Sojamehl mit Wasser und den Gewürzen vermengen.  

In einen zweiten tiefen Teller die Semmelbrösel geben. 

Die Pilze nun zuerst im Ei / Sojamehlgemisch wenden, dann in den Semmelbröseln schwenken und in einer heißen Pfanne mit reichlich Rapsöl schön knusprig ausbraten. 

Die Pilze sollen schön goldbraun und knusprig sein. :-) 

Und nun genießt diese wunderbaren Schnitzelchen. Pur, auf dem Brötchen, mit Ketchup oder mit was auch immer. Ich bin gespannt wie sie euch schmecken. :-) Berichtet mir auf jeden Fall einmal, wenn ihr die Pilze noch gar nicht kanntet. :-) 

13 Gedanken zu „Parasolpilze / Safranschirmlinge

  1. Tanja Foodistas

    Hallo Franzi,
    wow was für Farben mich da aus dem Wald anstrahlen, einfach klasse!
    Und Dank deinem kleinen Pilz-Ratgeber fühle ich mich gleich viel sicherer. Vielleicht sollte ich auch noch mit dem Pilzsammeln anfangen, ich muss nur noch die richtige Stelle finden!
    Vielen Dank für deine tollen Tipps und das Rezept.
    Liebe Grüße
    Tanja

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  2. Carla

    Parasol! *.* Ein einziges Mal, hatte ich mit meinen Eltern das Glück Parasolpilze zu finden. Wir haben sie auch als Schnitzel gegessen, absolut köstlich. Leider haben wir die Jahre darauf keine mehr gefunden.
    Liebe Grüße
    Carla

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  3. Krisi von Excusemebut...

    Ich habe noch nie selber Pilze gesammelt, da fehlt mir tatsächlich jegliche Ahnung und ich hab viel zu viel Angst die falschen mitzunehmen=) Da gibt es also noch einiges für mich zu lernen, den irgendwann möchte ich auch unbedingt mal mit einem Korb los ziehen können!
    Liebe Grüsse,
    Krisi

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  4. brittakama

    Und ich dachte schon, dass niemand mehr Parasolpilze kennt ;-) meine Oma hat die immer gesammelt und jeden “Pilzkenner” bzw. Sammler, den ich in den letzten Jahren befragt habe, kennt die nicht mal. Bei uns im Wald stehen sie oft massenhaft ungesammelt herum.
    Ich selbst esse allerdings (leider ;-)) nur Steinpilze und Champignons, mit anderen Pilzen kann ich mich nicht so wirklich anfreunden… schade eigentlich.

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  5. Sandra Wörner

    Hallo, heute mittag habe ich auf meinem Blog auch von meinen Parasolschnitzeln erzählt und jetzt deinen Beitrag entdeckt! Echt gut gelungen und richtig schöne Fotos, da bekomme ich gleich wieder Lust in den Wald loszuziehen! :) Ich habe hauptsächlich Parasolpilze mit noch geschlossenen Schirmen gefunden, aber die ließen sich auch panieren. Beim Braten sind sie dann etwas pyramidenförmig geworden und sie sind schön saftig geblieben…
    Viele Grüße Sandra

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  6. Kathi

    Also ich hätte ja immer Angst, dass ich die falschen Pilze sammel :D Trotzdem hört sich das nach einem tollen Ritual an. Als Kind habe ich auch so vieles nicht gegessen, unvorstellbar heute. Zum Glück hat mich meine Mutter damals immer gezwungen. :)

    Liebe Grüße
    Kathi

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    1. Franzi Artikelautor

      Zwingen finde ich persönlich nicht so gut, viele Dinge “erledigen” sich ja irgendwann auch von selbst. :D Wichtiger ist doch das liebevolle heranführen an die Lebensmittel. Aber gut, ich darf nicht zu laut werden, ich war ein Kind, welches eh ziemlich vielfältig gegessen hat und lieber einen weißen Rettich eingefordert hat, als etwas süßes *kicher* :D

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