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Mein Leben mit Demeter und die Frage „Wie vegan ist das?“

Ihr Lieben,

ich werde – nicht selten – mit großen Augen angeschaut, wenn ich kund tue, dass ich 1. vegan lebe und 2. trotzdem (oder auch gerade deswegen) Demeter Lebensmittel konsumiere. 

Denn in der Demeter Landwirtschaft, da braucht es ja u.a. die Nutztierhaltung, damit auch der Rest funktioniert. Es werden Tiere gehalten und geschlachtet, damit der Kreislauf auch wirklich einer sein kann. 

Warum denn Demeter?

„Demeter Betriebe arbeiten biologisch-dynamisch, d. h. sie arbeiten auf der Grundlage anthroposophischer und wissenschaftlicher Menschen- und Naturerkenntnis. Die Erde verstehen sie als lebendigen Organismus geistigen Ursprungs. Auch den Betrieb sehen sie als einen lebenden Organismus, der eine Art Individualität ausprägen kann. Den Böden und Pflanzen werden durch die Anwendung von biologisch-dynamischen Präparaten aus Heilpflanzen, Kiesel und Kuhdung Lebenskräfte vermittelt. Dies wirkt sich in den erzeugten Lebensmitteln positiv aus. Es entsteht eine Art höhere Ordnung in diesen Lebensmitteln, die dadurch besser geeignet sind Leib, Seele und Geist des Menschen zu ernähren. Deshalb nennen wir sie auch Lebensmittel mit Charakter.“
– aus den Richtlinien des Demeter e.V.

Ein Grundsatz, welchen ich persönlich für enorm wichtig halte und eigentlich auch die einzig – auf Dauer – vertretbar Option der Ernährung.

Demeter

Es reicht  leider nicht aus „nur“ vegan zu leben, wir müssen dabei auch nach links und rechts schauen und nicht aus den Augen lassen, was für unsere Umwelt gut ist und wo ggf. ein heilsamer Weg für unsere Welt zu finden ist. 

Ich – so ganz persönlich – finde ihn bei Demeter. Schon sehr lange. Und das fiel mir am letzten Wochenende wieder enorm auf.

Mit den Demonstrationsbetrieben & dem BÖLN, Hendrik Haase, sowie Tino von den Bio Spitzenköchen war ich, zusammen mit einigen anderen interessierten Bloggern &  Journalisten, auf dem wundervollen Gut Rothenhausen nahe Lübeck.

Demeter

Ein Fleck, ganz ähnlich meiner geliebte Domäne Fredeburg, dort und auch auf dem Gut Rothenhausen spürt & sieht man den Demeter Grundgedanken wirklich überall. 

Ob in den Wohnhäusern, den Ställen, den Gärten oder dem Gewächshaus. Überhall hängt diese grundlegende Liebe für „die Sache“ in der Luft. 

Demeter Demeter Demeter Demeter

Schon als ich ankam, war ich auch „angekommen“. So mit Leib und Seele und in mir drin machte sich ziemlich schnell wieder dieser Hauch Sehnsucht nach diesem „natürlichen“ Leben bemerkbar.

Demeter Demeter Demeter Demeter

Der Traum vom Landleben…

Ich erwisch mich oft dabei, davon zu träumen. Von der körperlichen Arbeit, der Gemeinschaft, der Erschöpfung des Tages, dem Aufstehen mit der Sonne und diesem bodenständigen und irgendwie auch – gefühlt – langsameren Leben. Diesem Leben, wo z.B auch die sozialen Medien gar keine so große Rolle spielen, wo man nicht all 10 Min. aufs Handy schaut…

Versteht es nicht falsch, ich liebe mein Leben so wie es ist und weiß, dass ein Leben in der Landwirtschaft oft alles andere als romantisch ist, aber ich halte mir auch alles offen und wer weiß was in ein paar Jahren mal mit mir passiert, wohin mich mein Weg führen wird. 

Vielleicht steh ich wirklich irgendwann auf einem Gemüseacker und verbringe dort meine Zeit.

Das Leben und die Zeit wird es zeigen.

Demeter

Wie viel Demeter ist denn nun vegan? 

Ganz hart herunter gebrochen, wer wirklich konsequent und rein und absolut vegan lebt, für den wäre – theoretisch und nach Lehrbuch – Demeter wirklich keine Option. Theoretisch eben.

Praktisch sehe ich – ganz persönlich und wie oben schon beschrieben – Demeter als die einzig vertretbare Option.  Für unsere Zukunft und auch unsere Gegenwart.

Denn Demeter bedeutet Einklang mit Mensch, Natur und allen anderen Lebewesen. Ein Kreislauf im Rhythmus unserer Umwelt und all ihren Besonderheiten. 

Mit den Ausscheidungen der Kühe werden die Felder bewirtschaftet, das Erwirtschaftete kommt Mensch & Tier zugute,  was übrig bleibt wandert auch wieder zu den Tieren, Tiere die geschlachtet werden, werden ganzheitlich verwendet und teilweise auch (z.B. mit dem Horn) wieder auf die Felder gebracht…round and round and round. 

Demeter Demeter

Und auch wenn es für mich nicht mehr in Frage kommt Fleisch oder Milchprodukte zu konsumieren, der Grundsatz von Demeter ist ein Grundsatz mit welchem ich konform gehe. Welchen ich mir für unsere gesamte Welt wünschen würde.

Nicht umsonst habe ich, zusammen mit dem Kosmos Verlag, das Buch „Biokiste vegan“* geschrieben. Dort geht es um all die wunderbaren Lebensmittel, die man in den Biokisten von Demeter Höfen finden kann. Das Thema liegt mir einfach nahe. 

Meine Wünsche…

Ich wünsche mir überall diesen Respekt den Lebewesen und der Natur gegenüber zu spüren. 

Ich wünsche mir, dass die Menschen mehr nachdenken und sich bewusst für etwas entscheiden. 

Und ich wünsche mir, dass der Demeter Gedanke noch ein paar größere Kreise zieht und den Gedanken „Das kann unsere Welt nicht ernähren.“ irgendwann den Gar aus macht, denn mal ganz ehrlich: 

WIR haben das alles in der Hand. WIR müssen für unsere Welt aufstehen und WIR sind für sie verantwortlich. 

WIR müssen also einfach mal anfangen.

Demeter

Danke an den BÖLN & die Biospitzenköche für diese wunderbare Zeit!

PS: Bei Instagram und Twitter finden sich unter #Biosommergemüse noch mehr Impressionen dieser kleinen Reise. 

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Soltis Obstgarten, ein kleines Paradies in Sachsen

Jó napot* ihr Lieben,

manchmal ergeben sich die inspirierendsten Treffen ganz zufällig, oder auch mit ein wenig Hintergedanken des Vaters. ;-) 

Es ist ein heißer Frühsommertag in den letzten Tagen. Voller Geier auf frische Erdbeeren, steuert mein Herr Vater – sehr zielstrebig – auf „Soltis Obstgarten“ in Crimmitschau (Sachsen) zu.

„Wenn, dann kaufen wir sie dort. Dort schafft es die Schale nicht mal bis zum Auto, so lecker sind die.“ – Zitat vom Herrn Vater.

Soltis Obstgarten

Ein Hauch von Sommerferien als Kind…

Als wir auf den Hof fahren, empfängt mich ein Hauch von Landleben (in der Stadt), ein wenig Nostalgie & eine zarte Spur dieses Gefühls von „Sommerferien als Kind“.

An jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken und innerlich möchte ich dort, natürlich immer barfuß, den Sommer verbringen. Einfach das Leben genießen, Erdbeeren essen und mir die Sonne auf den Bauch scheinen lassen. (Die Arbeit, die solch eine Anlage macht, die blende ich für ein paar Minuten aus.) 

Soltis Obstgarten

Im „Sommerwohnzimmer“, welches in einem der Gewächshäuser zu finden ist, ist man dann gefühlt in Ungarn. Maiskolben hängen an den Wänden, ein großer Tisch steht in der Mitte und überall findet man kleine Details die vermuten lassen, dass gleich eine ungarische kleine Omi hinter der Ecke hervor kommen könnte. Urig, muckelig und so schön. 

Soltis ObstgartenÖkologisch ohne Siegel…

Manuela & ihr Mann Tamas (er kommt gebürtig aus Ungarn) betreiben den „Obstgarten“ seit April 2013. Der Obstgarten ist ein rein ökologischer Betrieb, ohne dass es irgendwo geschrieben steht. 

Ist dort auch nicht nötig, es hat sich schon längst herum gesprochen, dass die Produkte von besonders guter Qualität sind und in der Stadt habe ich mehr als einmal die Frage gehört „Gibt es schon Erdbeeren bei Soltis? Das sind nämlich die Besten!“ 

Soltis Obstgarten

Respektvoller Umgang mit Mensch, Tier & Natur…

Die Soltis legen großen Wert auf den respektvollen und auch natürlichen Umgang mit ihren Pflanzen und den Tieren.  Fleisch kommt bei den Beiden ab und an auf den Teller, aber nur das der eigenen Tiere. 

Auch wenn ich persönlich dies nicht essen könnte, ich finde die Einstellung gut und würde mir sehr wünschen, dass mehr Menschen (wenn es denn sein muss…) so durchdacht und bewusst Fleisch konsumieren würden. 

Soltis Obstgarten Soltis Obstgarten

Lebensmittel und ihr Wert…

„Lebensmittel müssen etwas wert sein.“ mit dem Satz hat mich Manuela dann komplett und ich weiß nun endgültig, warum mich mein Herr Vater hier her geführt hat. Ihm war schon klar, dass dieser Betrieb für mich interessant sein wird. 

Soltis Obstgarten Soltis ObstgartenSoltis Obstgarten

Übrigens, auf Grund dieser Wertschätzung, gegenüber allen Lebewesen, wird den Hühnern bei Schnupfen auch Salbeitee gekocht und ein Dampfbad in den Stall gestellt. (Bitte wie unfassbar liebevoll ist denn das?!)

Ebenso findet ein mittelgroßes und ordentlich dickes Hängebauchschwein (liebevoll „Fleischberg“ genannt) sein Gnadenbrot auf dem Hof. 

Soltis Obstgarten

„Er wäre doch eh nur noch Leberwurst geworden, da kann er auch bei uns seinen Ruhestand genießen.“ erzählt mir Manuela liebevoll. 

Seitdem lebt der „Fleischberg“ auf dem Hof und dreht hier täglich seine Runden. Manchmal findet man ihn unter den Erdbeeren, manchmal auch im Gebüsch. Abends, wenn es kühler wird, kommt er auch mal raus aus seinen Verstecken und wackelt über den Hof. 

Absolut ökologische Erdbeeren…

Als wir schließlich „in den Erdbeeren“ stehen und wir uns über meine Reise zu den spanischen Erdbeeren unterhalten, erzählt Manuela: „Die in Spanien übertreiben so mit dem Spritzen, aber die Beeren hier, die müssten ja auch immer mal gespritzt werden.“

Ich blickte sie etwas ungläubig an, aber sie lachte nur und sagt „Na ja, mit Kräuterjauche, Brennnessel, Schachtelhalm und so.“ 

(Muss ich erwähnen, dass ich schlagartig noch ein wenig mehr verknallert war in diese Frau?)

Soltis Obstgarten Soltis Obstgarten Soltis Obstgarten

Neben diesen selbst hergestellten Jauchen, dürfen hier auch kleine Nützlinge ihre Arbeit tun. Die werden alle paar Wochen – manchmal auch einfach nur vorsorglich – im 1000er Pakt bestellt und kommen auf angefeuchteten Blättern daher. 

Alles im Einklang und Rhythmus der Natur. 

Soltis Obstgarten

Ist es nicht schön zu sehen, was alles so geht ohne die dicken Chemiekeulen?

Die Gewächshäuser, in denen das Obst der Beiden heranwächst, haben enorme Tradition und die Region scheint sehr glücklich, dass Manuela und Tamas diesen wunderbaren Glashäusern wieder Leben einhauchen. 

Soltis Obstgarten(Bis in die 90er Jahre hinein waren die Gewächshäuser in der Hand von Dr. Walter Richter, einem weltbekannten und geschätzten Orchideenzüchter. Ja, lacht jetzt mal wegen der Orchideen, die verfolgen mich, haha.) 

Solltet ihr mal in der Gegend sein, dann stattet dem Obstgarten bzw. Manuela und Tamas unbedingt einen Besuch ab, es lohnt sich! Nicht nur wegen des Obstes, sondern auch wegen des kleinen Hofladens, in dem sich allerlei ungarische Spezialitäten finden sowie allerlei selbst gemachte Marmelade, Ketchup etc. 

Soltis Obstgarten findet ihr hier:
Helmut-Bräutigam-Str. 52,
08451Crimmitschau

Soltis Obstgarten

*ungarisch = Guten Tag

Eine Reise zu den spanischen Erdbeeren – Teil 2

*Dieser Beitrag und die Reise nach Spanien entstand in Kooperation mit der Kampagne „Ich liebe rot

Tag 2 

Ich wache ziemlich gerädert auf, die Nacht war kurz und trotz zweiter Decke immer noch deutlich zu kühl. In der letzten Woche waren hier in Andalusien noch 25 Grad und Sonnenschein, jetzt gerade einmal 12 Grad. Und immer wieder Regen.

Am Morgen scheint dennoch die Sonne bei 14° C, laut Wetter-App soll es ein wunderschöner Tag werden. 

Unser erster Stopp, nach dem Frühstück, ist sozusagen die „Kinderstation“ der Erdbeeren. Hier züchtet die Firma „FNM“ neue Sorten und prüft sie über min. 5 Jahre auf Wind und Wetter, sowie den Geschmack.
(Zorra hat es, in ihrem Beitrag, noch einmal genauer erklärt, schaut unbedingt bei ihr vorbei.)

Für die Plantagen, in der Größe, in der sie in Spanien zu finden sind, und für die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens, muss so eine Erdbeere nicht nur beständig und unempfindlich sein, sondern auch schmecken. Und das wird geprüft und geprüft und geprüft, NIEMALS hätte ich gedacht, dass da so viel dahinter steckt. 

5 Jahre, bis eine neue Sorte überhaupt aufs Feld darf. Irre, welch Aufwand und Arbeit dahinter steckt. 

Für die weitere Reise von Huelva nach Moguer zu den Erdbeerplantagen bekommen wir drei große Schalen Erdbeeren mit auf den Weg. Wir vertilgen sie in Windeseile, denn man kann es weiterhin nicht leugnen: sie sind köstlich. 

Unterwegs sammeln wir noch eine deutschsprachige Mitarbeiterin der Firma„GRUFESA ein. Ein Segen, denn das Englisch der Spanier ist – sagen wir mal – zeitweise etwas schwer zu verstehen. Loli hingegen spricht einwandfrei deutsch und wir löchern sie vor allem mit Fragen rund um das Thema „Wasserprobleme“ und „Arbeitsbedingungen“.

Loli wirkt absolut nicht „einstudiert“ oder vorbereitet und antwortet sehr aus dem Bauch heraus und manchmal auch ein wenig emotional, was ich schön finde.Ich mag sie vom ersten Moment an und freue mich, dass sie uns so ehrlich und ausführlich antwortet. Und emotional zu reagieren ist menschlich und in ihrem Job auch verständlich. 

Denn in Spanien ist GRUFESA der drittgrößte Arbeitgeber des Landes, es steckt so viel mehr dahinter, als das, was wir sehen und nach ihren Aussagen, ist GRUFESA auch ein Arbeitgeber, welcher sich kümmert. Um alle Mitarbeiter, nicht nur diese, die im Büro ihren Job machen. Auch erklärt sie uns, dass es hier in Spanien – natürlich – einen Mindestlohn gäbe. (Anmerkung: Dieser liegt wohl monatlich bei rund 756,70 Euro – Stand Januar 2015) 

Ich bin der Regen und du bist das (Plastik-)Meer…

Angekommen auf den Erdbeerplantagen fällt mir, zuallererst, das Meer von Plastik auf. Kilometerweit sieht man weiße Plastikzelte. Ich verstehe den Sinn, verstehe, dass dies die Erdbeeren schützt, vor allem vor der Sonne, aber trotzdem zieht sich mein Herz zusammen.

Auf die Nachfrage von der lieben Zorra „Wohin denn all dies entsorgt wird, wenn es nicht mehr gebraucht wird?“ bekommen wir leider keine Antwort. Was bleibt sind Spekulationen und die Aussage der Website, dass der Plastikmüll vorschriftsmäßig entsorgt und recycelt wird. 

Beim Thema Wasserverbrauch berichtet Loli, dass es deutlich weniger Probleme gäbe, als hier bei uns bekannt sind. Laut Loli ist, wie überall, der Grundwasserspiegel ziemlich variabel und Spanien tut viel daran das Wasser (vor allem während der Regenzeit) aufzufangen und zu „speichern“. Ebenso erzählt sie uns, dass in der Zeit, in der eine Bewässerung von Erdbeeren wirklich problematisch wäre, die Beere schon gar nicht mehr angebaut wird. 

Nun ja, bei diesem Thema bin und bleibe ich skeptisch. Ganz so „einfach“ kann ich es mir nicht vorstellen, liest man doch immer wieder davon, dass gerade Südspanien besonders von der Klimaerwärmung und all ihren Nebenwirkungen betroffen ist und sein wird. 

Als ich aus dem Bus steige, wird mir etwas mulmig im Bauch. Ich habe mir, während der Fahrt, wieder so viele Gedanken darüber gemacht, ob das hier alles richtig für mich wäre, Gedanken darum gemacht, was mich hier erwartet und ob ich Dinge sehe, mit denen ich absolut nicht konform gehen kann. 

Ein knochenharter Job und trotzdem überall so fröhliche Gesichter.

Was mich dann auf den Plantagen erwartet sind jedoch überaus freundliche und lachende Gesichter. Fröhliche Menschen. Ich kann kaum anders und strahle sie alle an und habe den größten Respekt vor dem, was sie hier tun. Erdbeeren pflücken ist, auch überall sonst, ein Knochenjob.

Ähnlich wie in Deutschland übernehmen das Gastarbeiter. Einheimische machen diesen Job nicht. Was ich so grundsätzlich noch nie verstanden habe, jedoch ist dies ein anderes Thema. Für die Menschen, die diesen Job machen, ist diese Arbeit so wichtig. Sie verdienen Geld, welches sie in ihren Heimatländern ggf. nie verdienen würden. 

Welt, du bist ehrlich grausam. In mir drin macht sich wieder dieser absolute Wunsch nach Gleichberechtigung, Frieden und fairem Miteinander breit. Auf meinem Ponyhof ist alles so einfach. 

Wieder probieren wir die köstlichsten und süßesten Beeren und schweben da ein wenig im 7. Himmel. Trotzdem, irgendwie bin ich ein bisschen froh, als wir die Plantage wieder verlassen. Und ich muss ehrlich sein, es ist mein schlechtes Gewissen, welches mich plagt.

All diese Menschen, die dort so hart arbeiten, um zu überleben und ihre Familien zu unterstützen und das – trotz des Mindestlohns – doch eigentlich immer noch für viel zu wenig Geld und Anerkennung. Wie können wir sie im Alltag so vergessen?

Wie kann das jemanden kalt lassen? 

Ja oder Nein, ich glaub ich mein JEIN…

Ich bin froh, dass wir den Nachmittag bzw. Abend wieder mit Léa verbringen, ihre fröhliche und inspirierende Art macht auch mich wieder fröhlich. 

Als ich nach diesem langen Tag ins Bett falle, kommen meine Gedanken kaum zur Ruhe. Sie kreisen darum wie richtig oder falsch das alles ist. Wie richtig oder falsch es sein kann und wie richtig oder falsch es gemacht wird. 

Sicher wünscht ihr euch jetzt ein klares „NEIN“ oder ein klares „JA“ gegen oder für die spanischen Erdbeeren, aber ich muss euch enttäuschen.

Ich kann euch beides nicht geben. Zu viel geht da noch in meinem Kopf herum, ich wäge ab. An so vielen Stellen und kann dazu die Antwort auf meine Frage

„Aber dürften wir dann überhaupt noch ausländisches Obst und Gemüse kaufen.“ 

nicht mehr hören.

„Aber die Erdbeere wächst halt in Deutschland, deswegen braucht es die nicht aus dem Ausland!“ ist für mich absolut keine Antwort mehr. Nicht im Geringsten. Das macht die vielen unschönen und nicht nachhaltigen Dinge, die mit unseren heiß geliebten Avocados, Bananen und Orangen passieren nicht besser oder schlechter als all das, was bei den Erdbeeren Fakt ist. 

Fakt ist, dass wir zu KEINER Zeit auch nur zu 70 % wirklich ethisch und fair konsumieren. Es wird immer etwas übrig bleiben, bei dem wir unser Geld in ein System stecken, welches wir eigentlich gar nicht unterstützen möchten.

Müssen wir, schlussendlich, nicht einfach mal anfangen in allen Lebenslangen bewusster zu konsumieren bzw. uns auch bewusster zu werden? Lebensmittel, Kleidung, Konsum etc. pp.

Und wie kann ein Mensch, der täglich Fleisch aus Massentierhaltung konsumiert, SO laut über eine spanische Erdbeere schimpfen? Woher kommt diese Doppelmoral? Zumal die konventionelle deutsche Erdbeere auch gespritzt werden (in Spanien dürfen die Beeren, nach Angaben von GRUFESA erst nach Verabreichung eines „Rezeptes“ gespritzt werden), Gastarbeiter auch ein Thema sind und mittlerweile auch die Aufzucht unter Folie immer mehr verbreitet ist.

Mein Fazit. 

Wisst ihr, ich würde mir – so im Prinzip – einfach wünschen, dass die Welt von Haus aus fair und nachhaltiger wäre, dass wir alle mehr aufeinander Acht geben und mehr darauf schauen, dass andere Lebewesen (ob Mensch, Tier oder Pflanze) nicht zu Schaden kommen. 

Vielleicht schaffen wir es dann ja irgendwann, GEMEINSAM, fairer und ethischer zu leben. 

Ich danke euch, dass ihr mich auf dieser Reise begleitet habt, danke euch für all eure Worte und wünsche mir sehr, dass ihr mich in meiner Meinung respektiert, auch wenn sie nicht so klar ist, wie ihr sie euch vielleicht erhofft hattet.