Vom Glück, dem Teilen und der inneren Mitte

Bis eben saß ich mit einer lieben Freundin, in ihrem wundervollen Garten, zusammen. Wir philosophierten über alles was uns gerade bewegt, kamen von einem zum anderen Thema und landeten dann u.a. bei „Was braucht man eigentlich zum glücklich sein?“

Sie erzählte mir von ihrer Tochter die vor kurzem ein halbes Jahr in Kolumbien verbrachte und dort u.a. materiell sehr arme Menschen traf die aber anderen so ziemlich alles gaben was sie hatten und dabei glücklich waren. Sie gaben sogar ihr teilweise eine große Menge Obst mit, von der man ausgehen konnte, dass sie es selbst viel eher brauchen würden. Doch für diese Menschen gab es nichts wertvolleres als zu teilen. 

Mich brachte das sehr zum nachdenken, denn ich habe unglaublichen Respekt vor Menschen die in ihrer persönlichen Entwicklung so so so so so weit sind und die es glücklich macht, wenn sie anderen Menschen etwas geben können und gleichzeitig mit dem wenigen was sie dann noch haben oder mit dem was sie eigentlich belastet so „gut“ auskommen. Welch geistliche Stärke das ist. 

Wir saßen da, redetet und genossen einen einfachen Salat mit frischem Brot und Butter und ich dachte bei mir „Brauch es mehr, brauch ICH mehr?“. Natürlich, bezieht man es auf die Menschen in Kolumbien (z.B) dann ist es Luxus, beziehen wir es auf unsere Gesellschaft (und darauf will ich hinaus) dann ist es was es ist „einfaches Essen“. 

Ich dachte mir in diesem Moment, dass mir nichts anderes besser geschmeckt hätte. Dieses Essen war so regional und saisonal wie es nur sein konnte. Und so schmackhaft und sättigend, dass ich hätte weinen können vor Freude darüber und es brachte mir an diesem heutigen Abend so viel Erkenntnis, wie es kein 3- Gänge Menü geschafft hätte. 

In den letzten Monaten habe ich meinem Körper sehr geschadet. Zu viel Stress, zu viele schlechtes Essen, zu viel Cola light und zu viel von allem irgendwie.

Ehrlich gesagt: Ich habe verlernt gut zu essen, gut zu leben und gut zu mir selbst zu sein.

Punkt.

Das ist die Wahrheit, die ich vor mir selbst auch nicht mehr verbergen kann und mag. 

Das hat mich in meinem gesamten Leben völlig beeinflusst und meine innere Mitte war weit von mir entfernt. Nach dem Wochenende in Stolzenhagen fand ich ein klein wenig zu ihr zurück und fing endlich mal wieder an mich mit mir selbst zu beschäftigen und vor allem mit meiner Ernährung. 

Vor drei Wochen kam dann trotzdem der große Knall. In mir machte sich eine derbe Darmentzündung breit. Schmerzen wie ich sie – bewusst – noch nie in meinem Leben verspürt hatte nahmen mich ein und zwangen mich einige Tage zur absoluten Ruhe. 

Danach die – bisher noch nicht gesicherte – Diagnose, dass es sich ggf. um Morbus Crohn handeln könnte. (Wer hier schon länger liest weiß, dass ich es schon seit Jahren nicht einfach mit meinem Magen-Darm Trakt habe) 

Mich traf das ehrlich gesagt sehr und die erste Reaktion war, dass ich vor meiner Ärztin saß und geheult habe. Die zweite Reaktion war, dass ich den liebsten Mann von allen anrief und dort auch noch einmal weinte. Die dritte Reaktion war ein Pakt mit mir selbst. Zwei Tage heulen, zwei Tage alles doof finden und mich selbst einfach mal bemitleiden. Danach wollte ich diesen Mist in die Hand nehmen und es als neue Lebensaufgabe sehen. 

Und genau so habe ich es gemacht. Ich hab diese zwei Tage zwar aufgeteilt und sie nicht nacheinander zelebriert, aber ich habe diese zwei Tage zelebriert und mich danach und dazwischen gleich wieder mit viel positivem Denken gefüllt. 

Dieses positive Denken habe ich dann allerdings auch wieder geteilt, nicht immer bewusst, aber ich hab es geteilt und dabei wieder gespürt wie wundervoll es sein kann.

Und kurioserweise hat mich diese wirklich fiese Zeit und diese relativ wahrscheinliche Diagnose (mehr weiß ich erst in ein paar Wochen) Morbus Crohn wieder zu mir selbst geführt. Noch nicht komplett, aber ich bin gerade auf einem sehr gezielten Weg dorthin, denn es war schon ein Schuss vor den Bug, welcher mich einmal komplett zum Fall gebracht hat. Allerdings mit dem Anliegen mich danach wieder neu aufzustellen. 

Und heut als ich vor diesem wundervollen Brot, dem Salat und der Butter saß und wir über diese Menschen in Kolumbien redeten, da wurde mir auch wieder klar, dass das genau das ist was ich gern möchte. 

Ich wünsche mir eine bodenständige und nährende Welt um mich herum. Ich möchte mich mit Menschen um geben die mich positiv stärken und denen ich auch meine positive Stärke zurück geben kann. Meine innere Mitte finden, sie bewahren und von diesem Standpunkt aus handeln.

Ich möchte all diese teilen, denn es macht tatsächlich unglaublich glücklich und alles andere was einen irgendwie negativ beschäftigt so viel kleiner.

Aktuell bedeutet das für mich vor allem wieder mehr Konsequenz in der Ernährung, ich hab sie schleifen lassen und meinen Körper wirklich nicht gut behandelt. Das wird und muss sich ändern. Und ich bin sehr sicher, dass ich dadurch meinen Darm gut im Griff haben werde und vielleicht sogar ein Stück weit heilen kann. 

Denn eines darf man nie vergessen, wenn man sich ein wenig mehr mit sich selbst, seiner Umgebung und eben auch seiner Ernährung beschäftigt, dann entschleunigt man sich auch und dann heilt man sich psychisch wie physisch auch ein stückweit selbst. 

„Der kleine Öko“, ein Mensch der mich sehr inspiriert, schreibt in seinem aktuellsten Beitrag „Good Vibrations gegen den Krebs“ auch darüber. Bitte, bitte lest diesen Beitrag und schickt ihm eure positive Energie! :-) 

Wenn man sich entschleunigt und sich endlich mal Gedanken um sich selbst macht, dann macht man sich auch viele Dinge bewusster und entscheidet in einigen Fällen auch ganz spontan mal neu. 

Und wisst ihr was? Das tut unglaublich gut. Das macht glücklich und dieses Glück könnt ihr dann wieder in die Welt hinaus teilen. 

Also, behandele dich gut und teil, was DU ganz persönlich teilen kannst. 

Glück

8 Gedanken zu „Vom Glück, dem Teilen und der inneren Mitte

  1. christina

    Hast du toll geschrieben und so ehrlich!! Du und Cola liegt;))) Manchmal braucht man solche Tage um die Welt wieder als diese zu begreifen! Ich war gestern auch das erst mal seit Wochen wieder beim Yoga und es hat mir so gut getan, dass ich überhaupt nicht verstehen kann, wie ich da so lange drauf verzichten konnte;)))

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    1. Franzi Beitragsautor

      So ging es mir heut mit dem Sport. Ich war seit Monaten nicht mehr und dachte mir heut „Verdammt, warum hab ich es einfach nicht mal gemacht.“ Tat soooo gut!

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  2. brittakama

    So ein schöner Artikel <3 und wahr. Nur wer sich gut um sich selbst kümmert, kann auch anderen etwas geben, dann aber umso mehr…
    Ich wünsch dir von Herzen alles Gute und hoffe, dass du diese blöde Krankheit gut in den Griff bekommst.

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  3. Mimi

    Hi Franzi, da bin ich doch quasi über Deine Grüße in der SMS von Hannah hier gelandet ^^ Und mit dem ersten Artikel, den ich lese, kann ich mich sehr gut identifizieren. Es ist schon komisch, dass manche Menschen in anderen Ländern so ein inneres Glück spüren und noch ihr letztes und einziges Hemd geben, während wir hier alle nur selbstzentriert durch die Gegend rennen und einem materiellen Glück hinter her rennen, was wir eh nie befriedigen können… Ich mußte auch vor ca. einem halben alles ändern. Ich wurde durch Umstände dazu gezwungen. Deshalb auch nun der neue Blog. Neustart ;) Ich habe vorher im gedacht wie spirituell ich doch bin, weil ich spirituelle Bücher lese. Was ich aber checken wollte, dass das gar nichts bringt, wenn man nicht raus in die Welt geht und auch HANDELT. Das paradoxe ist: Seitdem ich selbst mal aus meiner eigenen kleinen Welt im Kopf rausgehe und mich frage, was ich am Tag für andere tun kann, anstatt darauf zu schauen, was ich von anderen haben kann, bin ich 1.000 mal glücklicher. Letztens saß ich so am Frühstückstisch am Sonntag mit Kaffee und einem Brötchen mit Himbeermarmalade und ich dachte: I am the luckiest girl alive :) da habe ich mich erst mal umgedreht und geguckt ob das nicht vielleicht doch jemand anderes gesagt hat ;)) aber ne, das kam einfach aus mir raus…früher kam da nur selbsthass…man denkt pardoxerweise immer, dass man erst selbst klar kommen muss, um sich auf andere zu konzentrieren, dabei ist es genau anderes rum: Raus auf dem eigenem Kopf in die Welt hinein und dann klopft das Glück immer öfter an! Alles Liebe! Mimi :)

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    1. Franzi Beitragsautor

      Oh liebe Mimi, ich freu mich so, dass du hier „gelandet“ bist. :) Und hab Dank für deine tollen Worte, ich seh das nämlich absolut genauso wie du! :)

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