Minimalismus für Anfänger

Nach langen Jahren des “Sammelns” hat es mich nun auch gepackt.

Die Sache mit dem Minimalismus und dem Glück, welches daraus entsteht.

Gut, ich gebe zu, es ist nur eine leichte Form des Minimalismus. Denn es gibt tatsächlich Menschen, die ihn so stark leben, dass sie oft nicht mal mehr als 100 Teile besitzen bzw. um sich haben.

Das wäre mir doch etwas zu arg, deswegen gebe ich euch heute ein bisschen Inspiration zum schönen Thema: 

Minimalismus für Anfänger. 

Was schon ewig in meinem Kopf geplant wurde, konnten nun endlich (Zeit sei dank) umgesetzte werden. Einige Wochen lang habe ich – nach und nach – alles in unserem Heim auf den Kopf gestellt. Jede Schublade geöffnet und in jede Kiste geschaut.

Heraus kam, dass ich knapp 60 %  meines Besitzes verschenkt, verkauft und auch knallhart weg geschmissen habe.

Bäääääm, Befreiungsschlag. Fürs Herz und für die Seele.

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In meinem Leben befinden sich jetzt fast nur noch Dinge, die mir sehr am Herzen liegen oder Dinge, die ich auch effektiv nutze. (Luft nach oben ist immer, ein paar Dinge werden nach und nach noch verschwinden.)

Ganz extrem hat es meinen Kleiderschrank und das Bad getroffen, dort sind knapp 80 % all meines Besitzes verschwunden. Im Bad durfte alles bleiben was ich täglich, oder min. einmal in der Woche nutze. Ein paar Dinge wie Sonnencreme und Zeckenspray ausgenommen. 

In meinem Kleiderschrank befinden sich jetzt noch 15 Oberteile (Pullover, Blusen, T-Shirts), 4 Hosen (1 kurze Hose, 2 lange Hosen und 1 Leinenhose), 6 Hemdchen, 2 Schlafanzüge, 2 Sportoutfits, 3 Strickjacken, 2 Kleider, 1 Blazer, 2 Tücher, 1 Poncho und Unterwäsche (4 BHs & 12 Slips).  

Es fühlt sich unglaublich gut an zu wissen WAS da im Schrank ist und wie man es tragen und kombinieren kann und interessanterweise habe ich, nachdem der Schrank nun schon zwei Wochen so ausgemistet ist, immer noch das Gefühl, dass ich auf zwei – drei Teile verzichten könnte.

Zusätzlich habe ich ALLE Zeitschriften Abos gekündigt und das Bücherregal aussortiert. Mich hält vom knallharten reduzieren dort nur ab, dass ich leere Regal auch doof finde und wir erst in den nächsten Monaten neue Regal kaufen werden (weil die alten Regale dann einfach nicht mehr passen werden). Weiteres Reduzieren ist also bis dahin verschoben.

Und nun fehlt nur noch die Küche, mit dieser beschäftige ich mich gerade so nach und nach. Ich muss gestehen, dass ich mich dort ein wenig schwer tue. Nicht mal mit dem aussortieren an sich, eher mit dem aufraffen es zu tun. Nun ja, lasst mal wieder die Sonne scheinen, dann kommt die Motivation von allein.

Damit ihr auch gleich so richtig los legen könnt, habe ich für euch drei wichtige Tipps für den Minimalismus für Anfänger. :-) 

Öffnet eure Schubladen. JEDE!

…denn sind wir mal ehrlich. Aus den Augen aus dem Sinn. Schubladen bieten so unfassbar viel Potential für Gerümpel, Dinge die einfach nur mal aus den Augen sollen und Dinge, die irgendwie NIE gebraucht werden. 

Öffnet eure Schubladen. Holt alles raus, schmeißt es weg oder verschenkt es. Schafft Raum und räumt in die Schubladen nur noch Dinge, die ihr dort auch wiederfinden möchtet.

Alltägliche Dinge mit nicht alltäglichen Dingen paaren

Es gibt Dinge, von denen wir uns nicht trennen mögen, obwohl wir sie zu selten oder nie nutzen. Hier gilt wieder das Prinzip “Aus den Augen, aus dem Sinn”. Packt doch diese Dinge einfach mal zu Dingen, die ihr täglich nutzt. Holt sie euch jeden Tag wieder ins Gedächtnis. Ein kleiner Trick um sich immer mal wieder zu motivieren, diese Dinge in die Hand zu nehmen.

Räumt eure Social Media Kanäle auf

Sind wir mal ehrlich, Social Media ist zwar ein feines Ding, aber es überfordert zeitweise auch. Setzt unter Druck oder lässt uns neidisch in die Welt der Anderen schauen. 

Räumt auf. So richtig. Verfolgt nur noch die Dinge, die euch WIRKLICH interessieren, euch inspirieren und euch keine negativen Gefühle vermitteln. Trennt euch von Menschen, die euch bremsen oder zu denen der Kontakt überhaupt nicht mehr vorhanden ist. 

Könnt ihr schon erahnen wie befreiend das ist? 

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Ich seh euch jetzt schon fast bildlich vor mir, wie ihr die Müllsäcke schürt und euch ins Getümmel stürzt. ;-) Habt viel Spaß beim Ausmisten und dem schönen neuen Leben, welches sich daraus ergibt. 

Berichtet mir auf jeden Fall. :-) 

25 Gedanken zu „Minimalismus für Anfänger

22 Kommentare

  1. Samira | Veggiekochwelt

    Hallo meine Liebe,

    jaja, dass mit dem Ausmisten, dass ist wirklich so eine Sache. Ich hatte das bei dir letztens schon gelesen, das du da dran bist und habe es zum Anlass genommen gestern beim Bügeln auch mal direkt 5 Teile weg zu schmeißen. Und ich war am Wochenende auch noch an meiner Schminkschublade dran. Es war am Ende eine ganze Mülltüte voll die weg war, aber eigentlich ist da noch so viel unnützes drin, aber da muss ich dann ein andermal noch mal dran.

    Dieses Gefühl der Befreiung hatte ich ganz stark als ich mich im letzten Jahr von einem Großteil meiner Unterlagen aus der Uni befreit habe und alles weggeschmissen habe, dass ich gaaaaaanz sicher nie wieder brauche (Physik/Mathe/Statistik und Co).

    Es freut mich, dass du es so toll schon geschafft hast und die Küche bekommst du sicher bald auch noch fertig.

    Viele liebe Grüße
    Sam

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  2. Jennifer

    Ohja, das finde ich gut. Ich bin sehr schlecht im Ausmisten, dennoch habe ich letztens einen Teil des Kellers ausgemistet und meinen Kleiderschrank. Allerdings nicht radikal, sondern nur ein bisschen. Dieses “nur ein bisschen” muss ich dann eben mehrfach wiederholen, bis man am gewünschten Ziel ist ;)

    Und das mit den Social Media Kanälen ist auch gut. Vielleicht auch mal seine ganzen Registrierungen ausmisten – oft ist man in so vielen Portalen registriert, besucht sie aber nicht mehr. Dann kann man sich auch gleich löschen lassen. Tut ebenfalls sehr gut :)

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  3. Moni

    Find ich prima, dass du den Minimalismus für dich entdeckt hast. Es ist immer wieder schön zu lesen, was das Ausmisten für AHA-Erlebnisse bei den Menschen auslöst. Ich wünsch dir auf jeden Fall noch ganz viele tolle Minimalismus-Erlebnisse und viel Vergnügen beim “frei” fühlen ;)

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  4. Ela

    Hihi, was für ein Zufall! Ich habe heut einen Beitrag veröffentlicht, der in eine ähnliche Richtung geht – dass man auf Reisen nicht so viel Ballast mit sich herumschleppen sollte, den man gar nicht braucht. Und auch daheim öfters mal ausmisten sollte. Ich bin da total bei dir, der ganze Kram der sich über die Jahre anhäuft ist soooo unnötig und eigentlich belastet es einen nur. Habe im Januar auch extrem viel ausgemistet und das ist so ein gutes Gefühl :)

    Liebe Grüße,
    Ela

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  5. GZi

    ich habe bestimmt schon 4 mal große Kartons Bücher á 20 kg an Momox verkauft und habe neulich mit dem Tierheim telefoniert, die machen immer Flohmarkt und nehmen auch Bücher (ich habe gefühlt 1000de Bücher von meiner Großmutter, die im Bücherbund war und da sie nicht mehr Auto fuhr, durfte ich mir jedesmal, wenn ich ihr neue Bücher abholte, auch eines aussuchen. Diese Bücher haben keine ISBN und man kann sie nicht im über Momox verkaufen…. das Tierheim nimmt sie gerne, wenn dort die Flohmarktsaison wieder beginnt (Mitte März)…. Kleiderschrank wird zur Sommersaison wieder ausgemistet, Altpapier muss auch mal wieder ran…. so langsam arbeite ich mich durch ein riesiges Haus mit 4-5 Haushalten (meiner, der meines Mannes als er einzog, der meiner verstorbenen Großmutter und ein halber von meinem Vater, der das meisten hier ließ, als er mit uns vor 5 Jahren Häuser tauschte….) Da habe ich noch lange zu tun….

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  6. irka

    Hachz, klingt gut. Ich bin auf dran, ahbe letztes jahr den Kleiderschrank befreit, nicht ganz so radikal, aber schon sehr. Und es geht immer weiter. Viel Papier,viel Kruscht. Und ich finde es immer auch schön, darüber dann zu bloggen :)

    Viel Erfolg in der Küche (mein Horror, die bleibt bis zu letzt)

    Irka

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  7. Aska

    Ich habe es schon hinter mir, wenn auch nicht mit dem Gedanken “Minimalismus” sondern einfach mit dem Gedanken “Ausmisten – was wegkann kommt weg”.

    Etliche Kisten und Säcke Plüschtiere wurden an Kinderheime verschenkt. Mit Ausnahme von einem Paket alles ins Ausland, da deutsche Kinderheime keine gebrauchten Plüschtiere annehmen dürfen. Dass sie aus einer Sammlungsauflösung stammten und nie eine Kinderhand gesehen haben, war egal. Eine Einrichtung hat geantwortet “Wenn es für Sie wirklich in Ordnung ist, dass wir die Plüschtiere verkaufen, dann nehmen wir sie sehr gerne an.” Denn das hatte ich den Einrichtungen auch angeboten: Für den Flohmarkt oder Eigenbedarf.

    Im Ausland ist es den Einrichtungen egal, solange sie heile sind.

    Angefangen habe ich wegen meines Umzuges, obwohl ich noch keine neue Wohnung hatte. Aber ich wusste zu 99% das ich mich verkleinern werde. Das es gleich 20qm weniger werden, damit hatte ich eher nicht gerechnet. Aber gut es ist gekommen wie es gekommen ist.

    Einige Sachen habe ich noch, die ich versuche zu verkaufen. Einfach weil ich das Geld brauche, und wenn es nur 5 Euro sind. Jeder Euro kommt in die Tierarztkasse meiner Zwerge.

    Kleidung und Schuhe da schocke ich eh jeden, wie wenig ich habe. 1 Paar Schuhe für den Winter, 1 Paar für den Übergang, 1 Paar Sandalen und derzeit noch 1 Paar für den Matsch, das Paar liegt aber auch im Sterben. Jacken für den Übergang habe ich derzeit 2 – beide geschenkt bekommen. Hosen 3, was mir auch reicht. T-Shirts und Sweat-Shirts muss ich jetzt mal neu kaufen, die fallen langsam auseinander. Bei mir wird nämlich nur neu angeschafft, wenn es auseinander fällt. Oder ich was geschenkt bekomme.

    Auch bei Küchenutensilien habe ich nicht so viel. Manche Blogger haben ja nen ganzes Regal oder nen ganzen Schrank voller Utensilien. Nöö nicht bei mir, ich hab das, was da ist und gebraucht wird. Alles andere ist unnötiger Ballast.

    Bei meinen Unterlagen half mir viel eine Webseite auf der aufgelistet ist, wielange man als Privatperson bestimmte Sachen aufheben muss. Rechnungen oder Kontoauszüge z.B.. Wobei ich bei einigen Rechnungen sie aufhebe, bis das Gerät nicht mehr im Haushalt ist (hat bestimmte Gründe).

    Ansonsten kann eine kleine Wohnung auch ein Segen sein, nicht unbedingt ein Fluch. Man hebt einfach viel zu viel auf.

    Wobei ich eh einen kleinen “Vorschaden” hatte. In meiner Familie grassiert das Messie-Gen, ich bin die Einzige, die da aus der Art schlägt. Bei mir muss man eher aufpassen, dass ich nicht zuviel wegwerfe. Weshalb ich bei manchen Sachen mir auch Hilfe von meinen Freunden hole (bei Unterlagen), damit ich nicht das Falsche entsorge.

    Wobei in einer Hinsicht hab ich nen kleinen “Spleen”: Teelichter! Von Teelichtern kann ich nie genug haben!

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  8. Heike

    Ich hab so eine Aktion auch vor knapp zwei Jahren gemacht, aber nicht ganz so extrem. Man muss aber dran bleiben und immer mal wieder einen Schrank oder ein Zimmer aufräumen.
    In mehreren Schritten ist es auch einfacher als alles auf einmal finde ich.
    Mit den Abos und Sozialmedia hast du völlig recht. Man setzt sich damit manchmal selbst unter Druck und meint alles lesen zu müssen.
    Ich überlege mir mittlerweile neue Käufe auch sehr gut. Nach ein paar Tagen stellt man oft fest, dass man die Sache gar nicht brauch und spart sich den Kauf.
    LG Heike

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  9. Jana

    Danke für den tollen Beitrag, liebe Franzi. <3 Ich gebe dir so recht und bin auch gerade dabei mich zu befreien. :) Lust auf Flohmarkt?
    Liebste Grüße, Jana

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  10. Vanessa

    Aber ausortieren ist immer so viel Arbeit! :(
    Hab mich aber trotzdem vor kurzem mal wieder an den Kleiderschrank gesetzt und entrümpelt. Zwar nicht so radikal, aber immerhin ein Anfang.

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  11. Susanne

    Liebe Franzi,
    ein toller Artikel. Ich habe vor zwei Jahren meinen Schrank komplett ausgemistet und mein Mann und meine Freundinnen können bis heute noch nicht glauben, dass ich tatsächlich mit so wenig auskomme. Aber letzte Woche bekam ich ein Kompliment, dass ich immer schön angezogen sei. ;)
    Das mit den Menschen aussortieren fällt mir persönlich noch sehr schwer, obwohl ich weiß, dass es dringend notwenig wäre.
    Aber es muss ja nicht alles von heute auf morgen geschehen.
    Danke für einen tollen Blog.
    Lieben Gruß,
    Susanne

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  12. Christina

    Wahnsinn, ich sortiere ja auch gerne aus, aber solo viel traue ich mich dann doch nicht aus dem Kleiderschrank zu verbannen. Ich arbeite weiter daran;) Inzwischen haben sich bei mir aber auch die Kisten gehäuft, die ich in den nächsten Tagen verteilen und verschicken werde, um den Empfänger glücklich zu machen;))
    Hab das mal in meiner Detoxgruppe geteilt, passt perfekt zu unserem Thema;)
    Liebe Grüße Christina

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  13. Beltane

    Hallo liebe Franzi!
    Ja es ist immerwieder bereichernd, sich zu “ent-rümpeln” und von Dingen zu trennen. Auch ich tue dies regelmässig. Zwar auch im Kleiderschrank, aber solange dieser große Schrank noch da ist, hebe ich auch noch einies auf was ich nur selten Trage. Dinge die ich gar nicht mehr trage, habe ich gar nicht mehr.
    In der Küche hat es bei mir angefangen, vor einigen Monaten schon. Gar nicht geplant. Irgendwie zufällig habe ich mir mit und mit immer mal eine Schublade vorgenommen, entrümpelt, aufgeräumt und mich hinterher über Platz gefreut. Es ist unheimlich befreiend.
    Hinsichtlich der Lebensmittel versuche ich schon sehr lange nur das zu kaufen, was ich brauche, und das was da ist aufzubrauchen. Ein schwangeres Thema, denn es wandert doch oft noch etwas mit in den Einkaufskorb für “wenn es mal schnell gehen muss”. Auch heute wieder kam ich erst um fast 18 Uhr aus dem Büro, aber dankbar dafür, dass ich noch etwas haltbares zu Hause habe zum Essen. Also wieder etwas aufgebraucht.
    Zum Minimalismus jedoch kann ich mich nicht wirklich durchringen. Ist auch nicht so leicht, mit einer 12-jährigen Tochter, die gerade anfängt Dinge zu lieben :-)
    Ganz viel positives Feedback für Dein Projekt und Deinen Beitrag & ganz herzliche Grüße
    schickt Dir Beltane.

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    1. Franzi Beitragsautor

      Ach du Liebe :) Hab Dank für deine lieben Worte :) Und ich finde, alles kann – nichts muss. Und wenn es nach und nach passiert. Das Wichtigste ist doch, dass man sich selbst wohl fühlt :)

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