20 Euro – ein Woche: Tag 7 und das Fazit

Tag 7, die Woche ist vorbei. Ging zum Schluss dann doch schneller als ich schauen konnte. 

Da das Fazit sicher ein paar Sätze mehr beinhalten wird, halte ich mich mit dem Tagesablauf heute etwas kürzer und geb euch lediglich die Listen an die Hand. :-) 

Frühstück:

  • 3 Müsliriegel – 0,33 Euro
  • 1 Apfel – 0,15 Euro
  • 1 TL Sirup – 0,03 Euro
  • 100 g Sojajoghurt – 0,42 Euro

Kalorien Frühstück: 499 kcal (Yeahha) 

Mittagessen: 

  • 75 g Graupen – 0,18 Euro 
  • 200 g Bohnen – 0,35 Euro 
  • 400 ml Wasser plus 1 Brühwürfel – 0,17 Euro
  • 1/2 Möhre 45 g  – 0,09 Euro 

Kalorien Mittagessen: 482 kcal 

Tag 7 (2 von 2)

Die halbe Möhre in feine Würfel schneiden. 

In der Gemüsebrühe die Graupen und die Möhren ca. 20 Minuten köcheln lassen. Bohnen dazu und als Eintopf genießen. :-) 
(Macht gut satt!) 

Abendessen

  • 2 Scheiben Dinkelbrot 70 g (in der Pfanne geröstet) zu 0,21 Euro  
  • 10 g Alsan zu 0,03 Euro 
  • 4 Portionen (Rest) des Aufstriches zu 0,64 Euro 

Kalorien Abendessen: 439 kcal 

Gesamtausgaben am 7. Tag: 2,60 Euro
Kalorien gesamt: 1420 kcal 

Ihr Lieben,

nun ist es vorbei, das Experiment. 7 Tage lang wollte ich wissen wie man mit 20 Euro auskommen kann, wenn man einen Großteil Biolebensmittel einkauft.

Und irgendwie war genau dieses Thema das, was sich ganz schnell in den Hintergrund gedrängt hat.

Schnell ging es eigentlich um ganz andere Dinge und Gedanken. Bio stand gar nicht mehr wirklich im Vordergrund, eher der Gedanke „Wie geht es überhaupt mit 20 Euro in der Woche?“ Fest steht, mit Bio ist es möglich…aber zu welchem Preis? Mein Preis war, dass ich kaum auf ein annähernd gutes Kalorienziel am Tag kam. Mir ging es von Tag zu Tag schlechter, kann man so sagen. Ich bin blass geworden, fühlte mich schlapp, unausgeglichen, motzig und ich merkte, dass mir so vieles fehlt. Vitamine, Eiweiße, Ballaststoffe…was das alles auslöst brauch ich euch nicht erzählen, das wird euch bewusst sein. (Erschreckend, dass sich das überhaupt schon nach so kurzer Zeit bemerkbar macht.) 

Auch ist mir sehr schnell klar geworden, das mein Plan völlig falsch war. Ich hätte das Experiment ganz anders aufziehen müssen. Ich hab so viel vergessen was man so im normalen Alltag braucht. Tja, das ist wieder das Thema „Wir haben es ja und merken es erst, wenn es fehlt.“ 

Es ist schwierig so etwas für eine Woche zu planen, mich wundert gar nicht, dass ich so viel vergessen habe und nicht richtig eingeplant habe. Hätte ich das Experiment einen Monat durchgeführt, mit 80 Euro. Ich hätte vööööllig anders eingekauft. Aber gut, daraus lernt man ja und meine täglichen Pläne hier sind nur ein minimaler Einblick in eine Welt, in der man tatsächlich nur 20 Euro in der Woche zur Verfügung hat. 

21,49 Euro habe ich in dieser Woche verbraucht. Ganz nah am Ziel vorbei und ich kann mich gerade mit mir selbst nicht einigen, ob das Experiment nun gelungen oder gescheitert ist. Denn wie ich oben schrieb, irgendwie gehen meine Gedanken schon seit dem zweiten Tag in eine ganz andere Richtungen, deswegen steht bei mir am Ende ein ganz anderer Punkt an erster Stelle. 

WIE fühlt es sich eigentlich an mit so wenig Geld zu leben? 

Ich kann nicht mal sagen – trotz einiger Zwischenfälle – dass es sich ganz furchtbar schlimm angefühlt hat. Das hat es nicht, ich denke hätte ich vorab noch besser geplant, vielleicht sogar einen Monat bewusst erlebt oder weniger den Fokus auf die Biolebensmittel gelegt, dann wäre es sogar gegangen, ABER auch nur, weil ich ein wenig Ahnung habe von dem, was ich hier tue.

Kochen ist für mich kein fremdes Gebiet, ich kann aus Resten tolle Sachen zaubern, mit wenig viel auf den Teller bringen…aber das kann nicht jeder und leider bekommen viele Menschen mit wenig Budget niemanden an die Hand, der ihnen dabei hilft. Und das ist unheimlich schade.

Schon lange finde ich, dass das Unterrichtsfach Ernährung und Umgang mit Geld an unsere Schulen gehört, viel wird gelernt, das was wirklich wichtig ist und am Ende bleibt, das bleibt außen vor.

„Macht schon die Außenwelt.“ In vielen Fällen macht sie das aber eben nicht, weil sie es auch nie gelernt hat. Wie soll also ein Mensch mit geringem Budget wissen, dass die ewigen Fertiggerichte zwar billige Kalorien liefern, aber für die Gesundheit auf Dauer einfach nicht gut sind? Ich gebe zu, auch ich hab früher oft gedacht „Ach, es wird nicht so schwer sein von einem Hartz4 Budget zu essen.“

Aber doch, es ist schwer, wenn man niemanden an die Hand bekommt, der einen mal ein klein wenig unterstützt und zeigt wie man günstig und trotzdem gesund kochen kann und selbst dann ist das Budget noch gering. Schaut euch die Lebensmittelpreise an. Sie steigen. Immer wieder. Obst und Gemüse sind so teuer wie noch nie und dann steht man da mit seinen 20 Euro Wochenbudget und investiert es dann doch lieber in billige Kalorien.

Ich kann das – jetzt –  verstehen und auch ein wenig nachempfinden. 

Diese Experiment hat mir enorm viel gezeigt und auch viel über mich selbst gelehrt. Ich dachte nie, dass Essen SO wichtig für mich ist, dass es mich so umhaut, nicht mehr frei essen zu können, so intensiv zu planen. Normalerweise schreibe ich auch Pläne, aber die hau ich auch gern mal auf den Kopf und koche völlig anders, als ich es zuerst gedacht habe oder gehe dann eben doch mal essen. 

DAS ist einfach nicht möglich, wenn man auf das – sehr kleine – Budget achten muss. Man hat nicht die Wahl. Und wenn man bedenkt, dass das nicht nur Hartz4 Empfänger trifft (die ggf. nur gewisse Zeit so leben müssen), sondern auch und gerade die Rentner und Studenten, dann ist es schon sehr traurig, denn hoch gerechnet sind das eine Menge Menschen. 

Ab morgen werde ich wohl noch bewusster leben, so ein Experiment mit so vielen Eindrücken kann nicht spurlos an einem vorbei gehen. Ich habe das Gefühl, dass ich unsere täglichen Lebensmittel und meine täglich Auswahl und die Möglichkeiten einfach noch mehr zu schätzen gelernt habe. Natürlich, ich freue mich schon, dass ich jetzt wieder völlig normal essen „kann“, dass ich nicht in der Situation bin, dass es mir schlecht geht, aber ich bin glücklich darüber, dass ich es mal gespürt habe. Denn man muss Dinge selbst erleben um sie zu verstehen. 

Ich danke euch von Herzen, dass ihr so aktiv dabei wart. Eure Kommentare haben mich erheitert, aufgemuntert, mit Mut versehen und auch zum Nachdenken gebracht. Ihr wart ein großer Teil des ganzen Experimentes hier. Deswegen, von ganzem Herzen DANKE! Und ich wünsche mir sehr, dass ich euch auch ein klein wenig zum Nachdenken angeregt habe. :-) 

Ich werde jetzt ggf. ein paar Tage Blogpause einlegen und einfach einmal nachwirken lassen und auch wenn oft danach gefragt wurde, ich werde hier keine Liste meines normalen Alltags niederschreiben, denn für mich fühlt sich das gerade ziemlich falsch an. Ich hoffe ihr versteht das. :-) 

Lasst es euch gut gehen, wir lesen uns bald wieder,
eure Franzi :-) 

PS: Ich möchte an dieser Stelle einmal das Tauschticket Forum grüßen, meine roten Schuhe in die Luft halten und rufen „ich bin es wirklich“ ;-) 

Zusammenfassung des Experiments 

Tag 1
Tag 2
Tag 3
Tag 4
Tag 5
Tag 6
Tag 7

 

40 Gedanken zu „20 Euro – ein Woche: Tag 7 und das Fazit

39 Kommentare

  1. makrologo

    hey franzi,
    erstmal glückwunsch, dass du es probiert und durchgezogen hast. und meinen grössten respekt für deine pfennig- und kalorien rechnerei, der wahnsinn!

    dein fazit schneidet interessante punkte an. gelungen oder nicht gelungen ist gar nicht wirklich die frage, oder?
    eigentlich eher: machbar ist so einiges, aber wer schafft das in der realität und was bedeutet das für den menschen?
    wie stark die lebensqualität durch das ständige sich einschränken und planen sinkt ist ein sehr wichtiger punkt.

    ernährungsunterricht als pflichtfach von klein auf, da steh ich auch unbedingt hinter :)

    geniess deine gewonnenen erfahrungen :)

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  2. kathibe

    Wow,
    danke! Das war klasse und ich habe es mit Spannung verfolgt. Und ja! Du hast recht. Es ist nicht leicht. Ich bin Langzeitkrank und aus gesundheitlichen Gründen HartzIV-Empfängerin. Und eben aber auch deshalb darauf angewiesen mich gesund und vegan zu ernähren.
    Es ist schön mal bewiesen zu bekommen, dass es wirklich keine „Anstellerei“ ist, dass ich oft überfordert bin. Und, dass es nicht daran liegt, dass ich falsch plane und deswegen auf die finanzielle Unterstützung meiner Familie angewiesen bin.
    Daaankeee!
    kathibe

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  3. Nadi

    ich würde mal sagen: Experiment gelungen. Es ging doch gar nicht so sehr darum, wirklich auf Punkt 20 Euro zu kommen, sondern zu erleben, wie es sich anfühlt, mit so wenig auskommen zu müssen.
    natürlich würde es wenigstens etwas einfacher sein, langfristiger planen zu können , z.B. Angebote in größeren Mengen einzukaufen und davon länger zu profitieren oder größere Mengen zu kochen und einzufrieren. Das geht in einer Woche nicht.
    aber Du hast uns gezeigt, wie schwer es ist und wie sehr man verzichten muss.

    absolut Hut ab vor Deiner Ehrlichkeit, gerade auch was Deine Gefühle während dieser Zeit anging.

    Wir versuchen jetzt seit einigen Wochen, bewusster einzukaufen, dh einmal die Woche einen Speiseplan machen und wirklich dafür einzukaufen. Damit wollen wir zum einen natürlich Geld und Zeit sparen und zum anderen aber auch bewusster einkaufen und weniger wegwerfen. trotzdem sind wir diese Woche bei 120 Euro gelandet – für 2 Personen und 2 Katzen. von 20 Euro zu leben kann ich mir überhaupt nicht vorstellen und ich bin dankbar, dass ich es nicht muss!

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    1. Franzi Beitragsautor

      Nadi, ich wünsche dir viel Erfolg bei deinem Vorhaben! 120 Euro ist in der Tag ganz schön viel, aber ich denke wenn ihr mal richtig Buch führt, klärt sich schnell wo da gespart werden kann, oder? :-)

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    2. Sara

      Wir haben € 50,00 pro Woche für 2 Personen, aber eigentlich wäre es mit 10-20 Euro mehr leichter und wir könnten uns ein paar zusätzliche „Zuckerl“ erfüllen. € 120,00 wären ein Traum, da könnte man viel mehr auf BIO-Fleisch achten und artgerechte Tierhaltung. Gemüse ist da einfacher :)

      Ich mach aber auch einen Einkaufsplan und Essensplan am Wochenende, das erleichtert die Budgetierung schon sehr.

      € 20,00 pro Woche hab ich nur geschafft als ich Student und alleine war :D

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  4. Corina

    Glückwunsch Franzi, du hast es geschafft!
    Genieße erst einmal die nächsten Tage und erhol dich wieder.

    Ja, es ist erstaunlich, wie schnell man an Kraft und Elan verliert, wenn man nicht genug Kalorien/Vitamine zu sich nimmt.
    Ich bin immer noch der Meinung Hartz IV ist zu wenig um sich gesund und ausreichend ernähren zu können, auch wenn man an die Hand genommen wird. Da, wie Du schon richtig angemerkt hast, die Lebensmittelpreise ständig steigen, sind 20 Euro die Woche auch zu wenig um auf Dauer einkaufen zu können.

    Mich würde jetzt im Nachhinein interessieren, wieso eigentlich 20 Euro für Lebensmittel? Ich hab mal den Satz pro Nase nachgeschlagen – wie kommt man dann auf diese Summe?

    Wie auch immer, Du hast sicher Recht, nur für eine Woche planen ist etwas anderes, als für einen Monat zu planen, ich nehm das mal in Angriff und schaue, wo mich das hinführt :)
    Meinem Mann schwant schon Übles. Allerdings ist die Armut etwas, dass jeden treffen kann. Jeder kann plötzlich arbeitslos oder krank werden und wir alle sollten uns mal Gedanken darüber machen.

    Alles Liebe, Corina

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    1. Franzi Beitragsautor

      Liebe Corina, die 20 Euro haben mit Hartz4 gar nichts zu tun, das kam aus einer Diskussion aus einem Forum. Dort ging es darum, ob man von 20 Euro die Woche leben kann. :-)

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  5. Trisha

    Hallo Franzi,

    toll, wie du das gemeistert hast. Ich habe jeden Beitrag von dir abends mit großer Freude gelesen und bin dir dankbar, dass du diese Erfahrung mit uns, deinen Lesern, geteilt hast.

    Antworten
  6. Ines

    Der Zufall wollte es, dass ich vorhin gerade in einem Podcast vom Plant Based on a Budget Challenge gehört habe. Da ging’s auch darum, wie gut oder schlecht es funktionieren kann, mit einem begrenzten Budget, sich vegan zu ernähren. Auf der Seite hat’s auch viele Rezepte und sogar Menupläne für die Challenge. Hier der Link: http://plantbasedonabudget.com/
    Klingt auch ganz interessant, aber mir gefällt’s, dass du alles selbst durchgeplant und ausprobiert hast!
    Ach, und hier noch der Link zur Podcastfolge, in der ich’s gehört habe: http://bigfatveganradio.com/?p=875

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  7. Britta

    Fand ich sehr interessant… und mir wird mal wieder klar, warum ich früher lieber noch drei Jobs hatte, als am Essen zu sparen, das gab es bei mir noch nie.
    Lieber verzichte ich auf Schuhe, Klamotten, Sonstiges oder gehe eben mehr arbeiten.
    20 Euro die Woche ist auch schon arg hart…

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  8. Katharina

    Danke liebe Franzi für deinen Mut, deine Gedanken und deinen Einsatz. … ich versuche schon länger bewusster zu leben und zu essen.

    Dein Test macht mich mehr als nur nachdenklich. … ich glaube wird müssen alle mehr umdenken ….

    Wünsche Dir ein paar erholsame Tage ohne Blog und gute Besserung …

    ich werde dich weiter „verfolgen“ wenn ich darf…

    lieben Gruß Katharina

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    1. Franzi Beitragsautor

      Aber natürlich, ich freu mich doch über jeden, der hier bleibt! :) :) Dir auch eine wuuuundervolle Woche!

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  9. Anna

    Liebe Franzi,
    Ich habe deine Einträge die letzte Woche gespannt mitverfolgt. Zum Jahresbeginn habe ich mir schon vorgenommen, meine Lebensmittel besser einzuplanen und durchaus ein bisschen zu sparen – allerdings meine ich damit nicht, auf billige Lebensmittel auszuweichen, sonder ich setze weiterhin auf Qualität/Bio/Regional. Vielmehr liegt der Hund bei mir da begraben, dass ich fast täglich in den Supermarkt gerannt bin, dadurch gibt man wahnsinnig viel mehr Geld aus!
    Generell konsumiere ich meistens schon sehr bewusst, auch was Kleidung und sonstige Ausgaben angeht, aber deine Erlebnisse haben mir nochmal vor Augen geführt, wie wichtig das ist.
    Überflüssige Ausgaben will ich daher weiter kürzen – und vor allem Luxusausgaben dann aber auch bewusst genießen.
    Wenn ich mir vor Augen führe, dass für viele Leute so ein knappes Budget harte Realität ist, dann mach mich das, wie leider sovieles, was man heutzutage miterleben muss, sehr traurig.
    Daher möchte ich auch meine Augen offen halten und einfach mal sehen, wo ich selbst irgendwie helfen kann!
    Danke, für deine Anregung zum Nachdenken!

    Alles Liebe
    Anna

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  10. Cheriechen

    Noch einmal abschließend vielen Dank für dein Experiment, das ich mit Spannung verfolgt habe.
    Ich habe noch nie gerne etwas weggeworfen oder verderben lassen, aber die Gedanken, die mir im Laufe der Woche kamen, werden das in Zukunft noch unmöglicher machen.
    Heute habe ich an dich gedacht, als ich aus alten Brotwürfeln Semmelknödel gemacht habe.
    Ich finde es auch so schade, dass heute Kochen und diese Lebensplanung nicht mehr auf dem Lehrplan steht. So geht es mit der sog. „Volksgesundheit“ (schreckl. Wort), aber auch mit dem Wissen um Kochrezepte und Techniken den Bach runter. Mühsam suchte ich mir im letzten Jahr im Internet (es sei gesegnet!) Informationen über das Brotbacken zusammen. Dann erzählte mir mein Vater, dass an seinem Elternhaus noch ein kleines Backhaus angebaut war. Meine Vorfahren hätten mich wahrscheinlich ausgelacht, wenn sie gesehen hätten, wie ich mich anfangs mit Teig angestellt habe.
    Aber das Wissen darum ist in unserer Familie verloren gegangen.
    Noch einmal: Ein tolles mutiges Experiment!
    Liebe Grüße
    Cheriechen

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    1. Franzi Beitragsautor

      Danke Cherichen! Im Brotbacken tu ich mich auch etwas schwer *hust*, aber schön, das du es für dich entdeckt hast! :-)

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  11. Sunshine

    Glückwunsch, meine Liebe! Ich bin stolz auf dich und du hast mich sehr zum Nachdenken gebracht! Danke dafür.
    Fühl dich gedrückt!

    Antworten
  12. Jella

    Liebe Franzi,
    Dein Artikel trifft mich zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Ich notiere mir seit 2 Wochen die Kosten für meinen wöchentlichen Einkauf und für Essen gehen etc. Ich habe nie gelernt aus Resten mir etwas zu kochen und es fällt mir sehr schwer Lebensmittel die ich so in den Schränken habe zu kombinieren. bis jetzt ist meine Bilanz mehr als erschreckend. Ich kaufe fast nichts Bio und trotzdem geht viel zu viel Geld für Essen drauf. ich dachte immer ich könnte nicht im Bioladen einkaufen weil es zu teuer wäre, jetzt stelle ich fest würde ich besser planen könnte ich alles Bio kaufen…ich danke Dir sehr dafür, dass du die letzte Woche so genau gerechnet hast! Für mich war das definitiv extrem hilfreich denn ich weiß jetzt das es sehr wohl gehen kann und das spornt mich noch mehr an meinen Konsum besser zu beobachten und zu regulieren.
    Liebe Grüße aus Berlin :-)

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  13. PollyEsther

    Interessant wäre es vielleicht, mal zu überlegen, was man so für bestimmte Gerichte ausgibt, monatliche Kosten kann man zwar abschätzen, aber da ist ja auch mal Wein dabei oder Zeug, das man nicht sofort benutzt. Ich esse seit ein paar Monaten weitgehend vegan – und ja, das ist teuer als vegetarische Ernährung. Der Joghurt und die Sahne kosten das doppelte, Sojamilch gibt es für 0,89 bis 0,99 (Edeka, Netto), aber wenn man die „frischc“ Alporo nimmt, sind es dann auch gleich 1,89. Abmildern kann man das, wenn man Brotaufstriche selber macht, zumindest ab und zu.

    Mein Vorschlag also: schreib zu deinen Rezepten dabei, was sie gekostet haben. Dann finden Menschen, die ein knappes Budget haben, auch preisgünstige (vegane) Gerichte.
    „Stromspartipps“ sind auch hilfreich:
    http://www.daskochrezept.de/magazin/tipps-und-tricks/kuechenpraxis/guenstig-kochen-tipps-tricks-rezepte-unter-3-euro_153899.html

    Klar, Äpfel und Möhren sind günstig, aber Rotkohl und Steckrüben kosten auch nicht viel im Moment. Rotkohl gebraten mit Balsamessig und gehackten Pistazien hab ich aus dem „Greenbox“ Kochbuch gemacht, statt den sauteuren Backzutaten-Pistazien hab ich halt die gesalzenen genommen und dafür das Salz weggelassen. Bei Edeka gab es letzte Woche Bio-Kiwis für 9 Cent das Stück, Bio-Bananen sind dort auch ab und zu günstig zu haben.
    Eine rote Linsen (Saison)Gemüse Suppe mit passierten Tomaten ist superlecker und günstig. Einen grossen Topf davon kochen und man hat zwei Tage was davon. :-) Haferflocken sind in Notzeiten hilfreich (hab ich mal bei einer Journalistin gelesen, deren Eltern von Hartz 4 gelebt haben), warmer Griessbrei mit Kompott geht auch mal und Brot selber zu machen, schont das Budget.
    Ich hab mal irgendwo gelesen von einer Frau, die Kochkurse für Tafelnutzer/innen angeboten hat, um zu zeigen, wie man günstig kochen kann, da gibt es also durchaus (lokale) Initiativen. Über transition town gibt es Kochkurse, wo mit regionalen Zutaten gekocht wird, bei den Rezepten sind super Sachen dabei.

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    1. Franzi Beitragsautor

      Hallo Polly, bei dem Experiment steht zu jedem Gericht was es gekostet hat. ;-) Generell werde ich hier im Gemüseregal aber keine Preise mehr zu den Rezepten schreiben. Das war ein – bisher – einmaliges Experiment von mir. :-)

      Antworten
  14. MIra Q.

    Hallo Franzi,
    Glückwunsch zu deinem Experiment und danke für die interessanten Berichte.
    Ich kann dir in vielem zustimmen, nur dieser Absatz ließ mich innehalten:

    „Und wenn man bedenkt, dass das nicht nur Hartz4 Empfänger trifft (die ggf. nur gewisse Zeit so leben müssen), sondern auch und gerade die Rentner und Studenten, dann ist es schon sehr traurig, denn hoch gerechnet sind das eine Menge Menschen. “

    Mit den Rentnern hast du Recht. Aber dass du mit Studenten mehr Mitleid hast als mit Hartz4-Empfängern, finde ich ungerechtfertigt. Du sagt, Hartz4-Empfänger müssen ggf. nur gewisse Zeit so leben, aber meiner Meinung nach ist es genau umgekehrt. Es wird in Zukunft immer weniger Lohnarbeit geben, und die Menschen, die ihr Leben lang mit einem solchem Budget auskommen müssen, werden mehr und mehr werden. Für diese Leute ist niemals ein Ende in Sicht, und die Gesellschaft nimmt es in Kauf, weil alle gerne, so lange es geht, das Märchen glauben, dass wer keine Arbeit findet, selbst schuld ist und wer es will, auch wieder Arbeit findet.
    Ich bin Studentin; mein Freund und Mitbewohner und ich zahlen jeden Monat je 100€ in die Haushaltskasse. Davon kaufen wir vegan, wenn möglich bio und alles was wir wollen. Es wird viel gekocht, viel Kartoffeln, Reis, Nudeln, aber auch viel frisches Gemüse. Gelegentliche Mensa-Essen sowie Essengehen sind nicht inbegriffen. Ich bin zufrieden, ich finde, es geht uns gut. Aber wenn ich mir vorstellen müsste, ich hätte noch ein paar Euro weniger (die hier ja viel ausmachen) und das auf unbestimmte Zeit… Da ich studiere, weiß ich: ich werde irgendwann mehr verdienen. So wie du an das Ende des Experiments denken konntest, um neue Kraft zu schöpfen. Studenten mögen vielleicht oft „arm“ sein, und dennoch sind sie es nicht, weil sie immer ein Ende in Sichtweite haben. Das ändert alles.
    Ein Hartz4-Empfänger hat heutzutage eher die traurige Gewissheit, dass seine Situation sich nie wesentlich verbessern wird. Stell dir das mal vor.

    Antworten
    1. Franzi Beitragsautor

      Mira, das hast du ganz falsch verstanden. Ich habe nicht MEHR Mitleid mit irgendwem, nur stell dir vor ich hätte (nur als Beispiel) geschrieben „Als Hartz4 Empfänger ist es oft aussichtlos..“ Wie elend wäre denn das gewesen? Ich hab für – die meisten – Hartz4 Empfänger die Hoffnung, dass sich ihre Situation ändert. Nicht mehr, nicht weniger. :-)

      Antworten
      1. MIra Q.

        Na gut. Es war mir wichtig, das zu sagen, da dein Experiment ja gerade unter dem Gesichtspunkt, dass immer mehr Menschen ihr Leben lang mit diesem Budget leben müssen – und dabei keine Experten in Sachen Planung und Nahrung sind – sehr, sehr wichtig ist. Meiner Ansicht nach.
        Und wenn ein Satz das dann so ein bisschen zu relativieren scheint.. das fand ich dann schade drum ;)

        Viele Grüße

        Antworten
        1. Franzi Beitragsautor

          Mira, die Gradwanderung ist oft nicht so einfach. Hätte ich so was in der Art geschrieben, dann hätte der nächste geschrieben wie doof das doch ist. So habe ich es versucht so neutral wie möglich zu halten. :-)

          Antworten
  15. Bea

    Ich finde, du solltest nicht so bedrückt sein wegen diesem Experiment. Du hast das richtig gut gemacht! Wie du gesagt hast, wenn man für ein Monat plant, wirkt sich das sicher auch noch anders aus. Immerhin hast du gut und gesund gekocht, und das für wenig Geld. Ich kaufe auch nicht alles Bio, sondern nur das, wo ich nicht doppelt so viel für Bio zahlen muss. Es ist natürlich schon Stress, immer jonglieren zu müssen, und nie genug für alles was jeder möchte zu haben. Aber dein Experiment hilft in einer Richtung auf alle Fälle – es gibt viele, die sich ungesund ernähren und noch dazu Geld für Zigaretten usw ausgeben, obwohl das Geld knapp ist. Du hast nur gezeigt, dass man sich mehr Gedanken machen muss, dass man auch in diese Richtung denken und planen kann, und ich persönlich finde das extrem hilfreich. Es ist nicht deine Aufgabe das Problem zu lösen, dass Leute mit weniger Geld dazu tendieren, es auch schlechter für sich selbst auszugeben um den Druck von sich zu nehmen und wenigstens ein bisschen Luxus und Erleichterung zu erfahren. Ich glaube auch nicht, dass diejenigen, die wirklich nur sagen wir mal 15 Euro pro Woche zur Verfügung haben, keine Unterstützung von anderen Stellen bekommen könnten. Kommt nur darauf an, ob sie davon wissen und ob sie es in Anspruch nehmen möchten. Ich bin zwar auch ganz unten, aber ich glaube einfach nicht daran, dass wir in unserer Gesellschaft wirklich jemals ohne jegliche Hilfe dastehen müssen. Unwissen und Stolz kommen da natürlich auch noch mit ins Spiel. Du hast einen Weg aufgezeigt, an den ich vorher nicht geglaubt habe. Das ist schon viel.

    Antworten
    1. Franzi Beitragsautor

      Liebe Bea, ich freu mich sehr, dass du dir so viel für dich selbst aus dem Experiment herausziehen konntest! :) :)

      Antworten

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